Kürbis pflanzen und pflegen – Tipps für Anbau, Pflege & Ernte

Shownotes

Kürbisse gehören für viele zum Herbst einfach dazu – doch damit ihr im Spätsommer und Herbst eigene, kräftige und aromatische Früchte ernten könnt, lohnt es sich, bereits im Frühjahr alles richtig zu machen. Werner und Gesa verraten euch, welche Kürbissorten sich für den Garten besonders eignen, welcher Standort ideal ist und wie Ihr die typischen Herausforderungen im Sommer meistert. Perfekt für alle, die dieses Jahr eine besonders reiche Kürbisernte planen!

In unserem Pflanzenportrait zum Gartenkürbis erfahrt ihr noch mehr Wissenswertes rund um Sortenvielfalt, Pflanzzeit und eine erfolgreiche Ernte:
https://www.compo.de/ratgeber/pflanzen/kraeuter-obst-gemuese/gartenkuerbis

In unserem Inspirationsartikel „Herbstdeko – Ideen zum Selbermachen“ findet ihr kreative Möglichkeiten, wie ihr Kürbisse dekorativ in Szene setzen könnt:
https://www.compo.de/ratgeber/inspiration/dekoration-basteln/herbstdeko

Viel Spaß beim Hören!

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00:00:03: Gesa Ja, ich bin mal gespannt. Ich habe nämlich eigentlich eher schon mal das Gegenbeispiel produziert, den kleinsten Kürbis der Welt, würde ich fast sagen.

00:00:10: Gesa Ich habe nämlich versucht, den auf dem Balkon anzubauen in einem ganz normalen Blumenkübel und da sind zwar Früchte drangekommen, aber die waren echt nur so groß wie eine Mandarine. Also mini, mini, mini, mini.

00:00:20: Werner Das sind natürlich dann auch erschwerte Bedingungen. Und wenn so der Wurzelraum nicht da ist und auch irgendwie der Platz nicht da ist, dann bleiben die einfach sehr klein. Aber 'ne 'ne Frucht bildet sich ganz oft.

00:00:33: Gesa Hallo zusammen, wir begrüßen euch zu einer frischen neuen Frühlingsfolge von 'Dein Fleckchen Grün'.

00:00:40: Gesa Wir, das sind wie immer unser Gartenexperte Werner, hallo Werner.

00:00:43: Werner Hallo Gesa.

00:00:44: Gesa Und ich, ich bin Gesa, ich bin Journalistin, Moderatorin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin.

00:00:51: Gesa Und obwohl gerade erst der Frühling so richtig losgeht, wollen wir heute mal über ein Thema sprechen, das man eigentlich eher mit dem Herbst verbindet: Nämlich Kürbisse.

00:01:01: Gesa Aber wenn wir im Herbst 'ne schöne Kürbisernte haben wollen, dann müssen wir einfach jetzt schon damit loslegen, also genauer gesagt mit der Anzucht starten.

00:01:10: Gesa Und übrigens finde ich persönlich, dass Kürbisse echt faszinierende Pflanzen sind, die im Übrigen gar nicht als Gemüse gelten, wie man meistens denkt, sondern als Obstart. Ist doch richtig, Werner, oder?

00:01:21: Werner Das ist in der Tat eine Obstart, ein sogenanntes Fruchtgemüse, und rein botanisch spricht man auch von sogenannten Panzerbeeren.

00:01:29: Gesa Panzerbeeren, sehr schön.

00:01:31: Gesa Und ich habe noch eine Frage an dich: Weißt du, wie schwer der größte Kürbis der Welt war?

00:01:37: Gesa Ich glaube irgendwie um 'ne Tonne rum.

00:01:39: Gesa Ja, also ich hab's natürlich rausgesucht: 1247 Kilo, wurde 2021 in den USA geerntet, das find ich so krass. Ich mein, es muss ein richtiger Brocken gewesen sein.

00:01:52: Werner Ist im Grunde das Leergewicht von einem PKW.

00:01:55: Gesa Ja, krass, ich kann es mir wirklich gar nicht vorstellen, aber ich habe Bilder gesehen, in der Nähe von Köln gab es letztes Jahr mal so ein Kürbisrennen, wurde das genannt, da haben die diese Riesenkürbisse genommen, aufgeschnitten, ausgehöhlt und dann haben sich da Leute reingesetzt und sind damit original auf einem Teich rumgeschippert. Also, das sollte mein Ziel für meine Kürbisse dieses Jahr sein. Meinst du, das gelingt mir?

00:02:19: Werner Möglicherweise muss natürlich vieles zusammenpassen, was so die Witterung anbetrifft, was aber auch die Wasserversorgung betrifft, die Temperatur, Düngung, wenn alles so zusammenpasst und auch die richtige Sorte von dir angebaut wird, dann können das auch richtig schwere Kürbisse werden.

00:02:34: Gesa Okay, ja, ich bin mal gespannt. Ich habe nämlich eigentlich eher schon mal das Gegenbeispiel produziert, den kleinsten Kürbis der Welt, würde ich fast sagen.

00:02:42: Gesa Ich habe nämlich versucht, den auf dem Balkon anzubauen in einem ganz normalen Blumenkübel und da sind zwar Früchte drangekommen, aber die waren echt nur so groß wie eine Mandarine. Also mini, mini, mini, mini.

00:02:52: Werner Das sind natürlich dann auch erschwerte Bedingungen und wenn so der Wurzelraum nicht da ist und auch irgendwie der Platz nicht da ist, dann bleiben die einfach sehr klein. Aber eine Frucht bildet sich ganz oft.

00:03:02: Gesa Aber du kannst uns ja jetzt bestimmt noch mal gleich ganz genau sagen, worauf es ankommt, wenn man Kürbisse anpflanzt.

00:03:07: Gesa Also genauer gesagt, wann der richtige Zeitpunkt für die Aussaat ist, wie man die Pflanzen dann pflegt, wenn sie rausgekommen sind, und auch noch mal, wie man Kürbisse richtig erntet.

00:03:18: Gesa Ich habe mal gehört, dass es über 800 verschiedene Kürbissorten auf der Welt gibt. Was würdest du sagen, hier bei uns in Deutschland, was sind da so die geläufigsten Sorten und wofür eignen die sich jeweils?

00:03:28: Werner Ja, ich würde noch eine Stufe früher anfangen, weil man ja bei den Kürbissen unterscheidet zwischen Zierkürbissen, die nicht essbar sind oder nicht genießbar sind, weil die einfach unverträglich sind für Menschen.

00:03:39: Gesa Ach, guck mal, das wäre nämlich schon meine nächste Frage gewesen. Das habe ich mich schon ganz oft gefragt, diese kleinen schönen, ne, die man einfach als Deko kauft.

00:03:46: Werner Genau, die sind optisch natürlich sehr schön und vielleicht manchmal auch ganz passend, dass man sagt, ich brauch jetzt nicht so eine Riesenportion, verkoche ich doch diesen kleinen Zierkürbis. Das ist keine gute Idee, wie gesagt, weil die unverträglich sind und ja schon mächtig Verdauungsbeschwerden machen, sind auch für den Zweck nicht bestimmt.

00:04:02: Werner Und dann gibt es eben so diese Speisekürbisse und da gibt es ja wirklich verschiedenste Sorten, die dann eben auch für den Hausgarten wirklich gut geeignet sind.

00:04:10: Werner Beispielsweise der bekannteste ist so der Hokkaido Kürbis, der eine ganz gute Größe hat. So 1,5 Kilo bis 3 Kilo wird er groß, hat so diese klassisch orange Farbe. Und was bei dem Hokkaido wirklich schön ist, dass der mit Schale verzehrt werden kann. Man kocht das Ganze natürlich und dann wird auch die Schale so weich, dass man die mit aufessen kann, was eben bedeutet, dass man das aufwendige Schälen dann sein lassen kann bei dem Hokkaido Kürbis.

00:04:37: Gesa Ja, das ist wirklich praktisch und der ist lecker, ne, das muss man auch dazu sagen.

00:04:41: Gesa Kommt der eigentlich aus Japan? Ich mein, Hokkaido ist doch, glaub ich, eine Provinz in Japan oder eine Stadt.

00:04:47: Werner

Ich glaube, es ist eine japanische Insel,: GesaAch, eine Insel, das kann auch sein.

00:04:50: Werner Aber in der Tat kommen einige Sorten aus Südostasien oder eben auch aus Japan. Da steck ich aber jetzt nicht so drin, weil was man wohl sagen kann, die Sortenvielfalt bei Kürbissen hat in den letzten Jahren noch mal zugenommen. Ist ja keine neue Pflanze, aber hat so 'ne gewisse Renaissance erlebt in den letzten 20 Jahren.

00:05:08: Gesa Wie meinst du das, also wurden neue Sorten gezüchtet?

00:05:12: Werner Es wurden neue Sorten gezüchtet, weil das gab's auch in den 50er, 60er Jahren schon, auch in größerem Umfang Kürbisse, aber nur ganz wenige Sorten.

00:05:19: Werner Und eben waren dann häufig so Kürbisse, die richtig groß waren und auch 20 oder 30 Kilo gewogen haben, die man dann so für Esszwecke verwendet hat. Und da ist einfach die Sortenvielfalt in den letzten 20 Jahren deutlich größer geworden.

00:05:34: Gesa Okay, spannend. Aber in Deutschland gibt es ja schon so 'n paar Klassiker, ne, Hokkaido haben wir genannt, Butternut finde ich, den esse ich zum Beispiel sehr gerne.

00:05:42: Werner Butternut wäre ne zweite bekannte Sorte, vom Gewicht her auch so ein bis 3 Kilo und hat die Form einer Birne, ist also von der Seite ganz gut erkennbar.

00:05:49: Werner Und Birne, es gibt also diese quasi diese verdickte Stelle und da befindet sich dann auch das Kerngehäuse, weil das einfach dann mehr Platz beansprucht.

00:05:59: Werner Und wer auch relativ bekannt ist als Kürbis, ist der sogenannte Spaghettikürbis, was daran liegt, wenn man den kocht, dass dann quasi so spaghettiartige Strukturen zustande kommen.

00:06:09: Gesa Hast du das schon mal probiert?

00:06:11: Werner Den habe ich noch nicht probiert.

00:06:12: Gesa Ich auch noch nicht, aber 'ne Freundin von mir hat das neulich mal gemacht, die war nicht so begeistert.

00:06:17: Werner Aber wie das eben so ist, über Geschmack lässt sich ja nicht streiten, weil es einfach da ganz unterschiedliche ja Geschmäcker eben gibt.

00:06:24: Gesa Absolut, liegt ja dann auch immer am Rezept.

00:06:27: Gesa Welche Sorten sind denn das eigentlich, die wirklich so riesengroß werden, die dann diese Monsterkürbisse werden?

00:06:32: Werner Es gibt tatsächlich so ein, ich glaub, der heißt dann auch Riesenkürbis und das sind dann speziell Sorten, die dann eben so gezüchtet sind, dass sie extrem groß werden.

00:06:42: Werner Wobei geschmacklich ist das oft so, das muss nicht immer so sein, aber oft so, dass der Geschmack dann drunter leidet, wenn das so Riesenexemplare werden.

00:06:51: Gesa Ja, die züchtet man dann aber, glaub ich, wirklich für andere Sachen als Deko für Halloween, zum Bootfahren oder was auch immer.

00:06:58: Werner Ja, diese sogenannten Schnitzkürbisse, das ist so eine ganz gute Größe, die man dann eben ja zu Halloween dann hat und wo Kinder wohl dann auch Spaß dran haben und der dann auch eine Außenhaut hat, die dann auch bearbeitbar ist, weil einige Arten sind dann auch von der Außenhaut so fest, dass man quasi mit schwerem Gerät ranmüsste, um da was hinein schnitzen zu können.

00:07:18: Gesa Nicht nur Kinder haben daran Spaß, ich mach das tatsächlich auch mit meinen Jungs immer gerne.

00:07:22: Gesa Aber kommen wir mal zum Kürbisse pflanzen, darum soll's ja heute eigentlich gehen. Was gibt's denn da so Grundlegendes zu beachten?

00:07:29: Werner Dass man einmal guckt, wo man das Saatgut herbezieht. Man könnte grundsätzlich auch das Saatgut selber gewinnen, dass man eben aus den Kürbissen, die man im letzten Jahr geerntet hat, das Kerngehäuse herausnimmt und auch auf die Art und Weise dann den Samen gewinnt. Oder was natürlich auch gut geht, dass man dann das Saatgut kauft.

00:07:48: Werner Was oft dann auch ratsam ist, wenn man sagt, ich möchte gerne 2 oder 3 verschiedene Sorten anbauen. Da würde ich immer empfehlen, ja gekauftes Saatgut zu verwenden. Da weiß man, das kommt sicher zur Keimung.

00:07:58: Werner Und was man auch weiß, dass man nicht damit rechnen muss, dass das aufspaltet. Das ist eben so ein bisschen was Züchtungsmäßiges.

00:08:06: Werner Eben, wir haben ja eben Biologieunterricht früher von Mendel gehört. Dass eben bei bestimmten in bestimmten Konstellationen ein Aufspalten zustande kommt, dass dann das Saatgut anders aussieht oder aus dem Saatgut sich eine andere Pflanze entwickelt als die Pflanze, die man dann im Garten angebaut hat.

00:08:23: Gesa Okay, da muss ich noch mal mein Biobuch rausziehen, glaube ich.

00:08:27: Gesa Aber wenn ich jetzt die Samen von meinem Kürbis, den ich aus dem letzten Jahr hatte, als Saatgut verwenden möchte, wie was mach ich damit? Reicht es, die dann zu trocknen oder was muss ich genau machen?

00:08:39: Werner Das würde reichen, also so das Fruchtfleisch zu entfernen, das Ganze zu trocknen und dann ist das auch bei Kürbissen okay, da muss man jetzt weiter nichts mit machen. Bei Tomaten oder anderen Pflanzenarten ist es deutlich aufwendiger. Das könnte man machen, das geht auch sehr zuverlässig und das kommt auch recht gut zur Keimung.

00:08:55: Gesa Okay und wenn wir das Saatgut haben, dann sollten wir ja mit einer Vorkultur starten, ne? Kannst du mal so als Experte, als Profi sagen, wie du sowas angehst?

00:09:05: Werner Ja, mit der Vorkultur ist genau richtig. Man neigt oft dazu, sehr früh anzufangen.

00:09:11: Werner Das ist auch erstmal vom Ansatz her eine gute Überlegung, aber zu früh ist dann schwierig, weil man dann die Jungpflanzen angezogen hat, aber aufgrund der Jahreszeit noch nicht auspflanzen kann, weil man immer noch mit Frost rechnen muss.

00:09:24: Werner Kürbisse, das als Hintergrund, sind hochgradig frostempfindlich und vor den Eisheiligen sollten die nicht ins Freiland gepflanzt werden.

00:09:31: Werner Heißt also, was die Vorkultur betrifft, irgendwie im Februar oder Anfang März oder ebenso anzufangen, wäre deutlich zu früh.

00:09:39: Werner Wenn man gesät hat, ist das innerhalb von 4 Wochen in etwa erledigt, was diese Vorkultur betrifft. Das bedeutet, man kann Mitte April damit starten und sät dann aus.

00:09:48: Werner Was man machen kann, um die Keimung ein bisschen zu begünstigen, dass man den Samen mit so Schleifpapier so ein bisschen anschmirgelt, das kann man machen.

00:09:56: Werner Oder was man auch machen kann, dass man das Saatgut in so lauwarmes, kein heißes, lauwarmes Wasser einlegt, das beschleunigt die Keimung auch. Macht man bei vielen anderen Pflanzen auch, dass man das eben so ein bisschen bearbeitet und vorbereitet.

00:10:10: Werner Bei Kürbissen ist es nicht zwingend erforderlich, weil der kommt im Grunde ziemlich sicher zur Keimung. Das geht also wirklich gut.

00:10:17: Werner Was einfach wichtig ist, wenn man dann ausgesät hat in der Anzuchterde, dass diese Schale oder der Topf, den man hat, dass der warm gestellt wird. Was immer günstig ist, den Fuß warm zu platzieren, also auf einer Heizung, weil das fördert die Keimung und das Anwachsen wirklich erheblich und natürlich das Ganze gleichmäßig feucht halten.

00:10:37: Gesa Braucht man denn so ein kleines Gewächshaus? Also ich habe eigentlich immer so ein so ein Gewächshaus mit so einem Plastikdeckel drauf, weißt du, so eine kleine Kiste. Ist das nötig oder würde das auch ohne gehen?

00:10:46: Werner Es würde beim Kürbis auch ohne gehen, aber einfach um auf Nummer sicher zu gehen, kann man das machen, dass da quasi so eine Art Haube drauf ist, in welcher Form auch immer.

00:10:54: Werner Was da allerdings wichtig ist, dass man mindestens einmal am Tag wirklich gut lüftet, dass die Atmosphäre innerhalb dieser Haube nicht so wird, dass eine sehr, sehr hohe Luftfeuchtigkeit zustande kommt, weil das eigentlich relativ sicher da 'ne Pilzkrankheit hervorrufen würde.

00:11:10: Gesa Okay, das wollen wir natürlich nicht, aber sag mal, wie tief müssen die Samen eigentlich in die Erde rein? Da bin ich mir immer so unsicher.

00:11:18: Werner Ja, da gibt es eine Grundregel, ist aber eine ganz wichtige Frage, die du stellst.

00:11:21: Werner Und zwar sagt man als Faustregel, ein Saatgut muss so dick mit Erde bedeckt werden, wie es selber dick ist.

00:11:27: Gesa Ach, das ist ja eine super Regel, das habe ich mich nämlich immer gefragt, wenn ich irgendwas aussähe, wie tief muss das jetzt?

00:11:33: Werner Das gilt eigentlich fast immer so dick mit Erde bedecken, wie das Saatgut dick ist.

00:11:39: Gesa Gut. Und dann hast du ja gerade schon angesprochen, wenn sich dann die Pflänzchen zeigen, dürfen wir sie aber erst rauspflanzen, so ab wann sind die Eisheiligen noch mal?

00:11:48: Werner Die letzte Eisheilige ist ja am 5. Mai.

00:11:51: Gesa Die kalte Sophie, richtig.

00:11:52: Werner Ja, man im Münsterland sagt man immer die kalte Sophie.

00:11:55: Werner Sophie, ja, aber das ist genau richtig, das stimmt natürlich.

00:11:58: Werner Und diese Eisheiligen, ne, das ist beim Wetter eine sogenannte Singularität. Das tritt auch meistens so ein, nicht unbedingt tagegenau, das kann auch mal der 18. Mai sein oder es kann auch manchmal der 10. Mai sein, wo man auch dann irgendwie merkt und wenn man ein bisschen in das Wetter hinein hört, dass dann auch der Frost vorbei ist.

00:12:17: Werner Also deswegen würde ich mich da nicht ganz stur an den Kalender halten, sondern an die Gesamtwetterlage. Aber das ist in der Tat wichtig, früher sollte man es nicht machen, man erreicht nichts Gutes dadurch.

00:12:27: Gesa Also ich mein, mir geht es ja immer so, ne, sobald der Frühling kommt, juckt es mir in den Fingern und ich möchte loslegen.

00:12:34: Gesa Kann ich nicht, wenn ich jetzt zu früh ausgesät habe oder mit der Vorzucht zu früh begonnen habe, die Pflanzen einfach noch länger drinnen stehen lassen?

00:12:41: Werner Ja, müsste man dann, aber sehr gut ist das nicht, weil man hat dann die Pflanze in einem Topf stehen und die möchte eigentlich weiterwachsen, kann aber nicht weiterwachsen und das hemmt sie dann später, wenn man sie ausgepflanzt hat.

00:12:25: GesaAchso, okay.

00:12:53: Werner Und weil, wir werden ja auch noch drauf kommen, Kürbisse ja wirklich sehr nährstoffbedürftig sind, ist dann dieser, diese kleine Menge Erde, die der Kürbis dann zur Verfügung hat, auch aufgebraucht und ausgelaugt. Das, das geht alles irgendwie, aber ideal ist es nicht.

00:13:07: Gesa Alles klar, dann gehen wir mal davon aus, wir haben die Pflanze erst nach den Eisheiligen rausgesetzt. Wollen ihr dann natürlich auch die bestmöglichen Bedingungen bieten. Was brauchen Kürbispflanzen?

00:13:18: Gesa Du hast gerade schon gesagt, die brauchen viel Nährstoffe, es sind Starkzehrer.

00:13:22: Werner Es sind Starkzehrer, das ist so das Eine. Was Sie auch in relativ großer Menge brauchen, ist Wasser.

00:13:28: Werner Das würde man dem Kürbis dann auch anmerken, wenn am Ende des Sommers die Früchte verhältnismäßig klein sind.

00:13:34: Werner Vom Standort her sollte der Standort idealerweise sonnig, warm und luftig sein.

00:13:41: Werner Das sind so die Bedingungen, die der Kürbis ganz toll findet und da sollte man wirklich auch gucken, dass man ihm einen solchen Platz auch im Garten dann gönnt.

00:13:48: Gesa Hat das mit der Wärme, also dass sie so viel Wärme brauchen, auch damit zu tun, die kommen ja, glaube ich, ursprünglich aus Südamerika.

00:13:54: Werner Ja, die haben so eine subtropische Herkunft und das ist einfach dann dem geschuldet, dass sie aus Regionen kommen, wo es einfach dann schon eine Ecke wärmer ist als hier.

00:14:04: Werner Nichtsdestotrotz, ein Kürbis wird in Deutschland in einem einigermaßen normalen Sommer immer einen guten Ertrag bringen.

00:14:10: Werner Also da braucht man keine große Sorge haben, wie vielleicht bei anderen Obst- oder Gemüsearten, die dann irgendwie 'nen tropischen Hintergrund haben, das klappt beim Kürbis ziemlich zuverlässig.

00:14:19: Gesa Erzähl doch mal ganz konkret: Wie gehst du dann vor, wenn du das Pflänzchen in die Erde setzt?

00:14:24: Werner Wo natürlich drauf zu achten ist, wir sprachen drüber, über 'ne gute Nährstoffversorgung. Dass es sicherlich gut ist, das Pflanzloch auch mit Gärtnerkompost vorzubereiten, dass dann einfach der die Kürbispflanze 'ne gute Basis hat, dort anwachsen zu können und auch direkt Nährstoffe aufnehmen kann.

00:14:41: Werner Und was man zusätzlich noch machen kann, dass man Mulchmaterial mit aufbringt. Das Mulchmaterial könnte so aus Miscanthus, das ist Chinaschilf sein oder was auch geht, so Pellets, die aus Weizenstroh gepresst worden sind.

00:14:53: Werner Und dann hat man eben so dieses Mulchmaterial, was dafür sorgt, dass die Verdunstung reduziert wird und dass dann auch der Unkrautwuchs nicht so intensiv ist, als wenn man eben nicht gemulcht hätte.

00:15:03: Gesa Das ist natürlich praktisch. Hält das eigentlich auch Schnecken so 'n bisschen ab?

00:15:07: Werner Bedingt.

00:15:08: Gesa Die stört das nicht. Ich dachte jetzt, vielleicht finden die das ungemütlich, dann über so ein Mulch zu klettern.

00:15:13: Werner Ja, ich hatte das so gesagt, bedingt, wenn jetzt wenig alternatives Futter zur Verfügung steht, dann sagt die Schnecke sich, dann nehme ich auch diesen etwas beschwerlichen Weg in Kauf.

00:15:24: Werner Wenn woanders, was an Nahrung greifbarer ist, hat das auch ein bisschen einen abtörnenden Charakter, so das Mulchmaterial.

00:15:34: Gesa Und was ich mich auch immer frage, was ist denn so der ideale Pflanzabstand, weil die werden ja schon relativ groß, also ab wann kommen die sich in die Quere?

00:15:42: Werner So ein Meter, ein Meter 50 sollte es schon sein.

00:15:44: Gesa Doch so weit?

00:15:45: Werner Ja, muss man wirklich sagen und das ist manchmal irritierend, wenn man pflanzt, dass man denkt, uh, die sind jetzt so weit auseinander, ist ja auch so ein Meter 50 ich bin ein Meter 80, also wenn da so quasi fast eine Körperlänge dazwischen ist, dann sieht das erst mal viel aus. Aber wenn der Kürbis erst mal die Kurve gekriegt hat, also angefangen ist zu wachsen, dann wird man sehr schnell merken, dass das nicht zu viel an Abstand ist.

00:16:09: Gesa Das werde ich mir merken. Und was ich auch mal gesehen habe, da haben Leute die Kürbisse direkt auf den Kompost gepflanzt. Ist das 'ne gute Idee?

00:16:18: Werner Das ist im Grunde die klassische Entscheidung, wie man das auch früher gemacht hat, dass der Kürbis auf dem Kompost gestanden hat.

00:16:24: Werner

Das bringt Vorteile, das bringt Nachteile, muss man sagen. Vorteil ist Kompost, nährstoffreich – Der Kürbis wächst prima.: GesaHat aber auch noch weitere Vorteile: Dass die großen Blätter, die der Kürbis bildet, dass sie eine Beschattung herstellen, dass der Kompost sich im Sommer nicht so stark erhitzt, was dann zur Folge hat, dass die Bodenorganismen im Kompost auch bei Wärme, aber nicht bei Hitze, immer noch gut weiterarbeiten.

00:16:50: Werner Und in gewisser Weise ist es auch eine Art Verdunstungsschutz. Der Kürbis zieht natürlich auch Wasser raus, aber es ist auch ein Verdunstungsschutz. Von daher hat es einige Vorteile.

00:16:58: Werner Nachteil ist sicherlich der, der Kürbis zieht sehr viel an Nährstoffen aus dem Kompost heraus. Das muss man natürlich auch sagen.

00:17:05: Werner Ich sage immer, so eine Entscheidung wird man treffen müssen. Persönlich finde ich diese Kompostvariante ganz schön.

00:17:10: Gesa Und wenn ich meine Kürbispflanzen jetzt ganz normal ins Beet setze, das sind ja Starkzehrer, hast du gesagt, welche Beetnachbarn funktionieren da gut oder welche auch gar nicht? Was würdest du sagen?

00:17:21: Werner Fangen wir erst mal mit denen an, wo das nicht so gut funktionieren würde. Das wären andere Starkzehrer, wie du sie auch gesagt hattest.

00:17:28: Werner Das wäre so Zucchini, die ziehen eine Menge an Nährstoffen weg, aber auch Tomaten oder Gurken. Da würde ich eher von abraten, die in die Nähe zu pflanzen.

00:17:36: Werner Und was ganz gut funktioniert in Gemeinschaft, das wären Bohnen, das wäre Mais, das wären Erbsen, Ringelblumen oder auch Brokkoli.

00:17:43: Werner Und es gibt eine besondere Konstellation, die richtig gut funktioniert. Das wäre dann einerseits der Kürbis, das wäre aber auch Mais und das wären Bohnen. Und die helfen sich alle gegenseitig.

00:17:54: Gesa Inwiefern?

00:17:55: Werner Und zwar in der Form: Der Kürbis bildet große Blätter, sorgt dafür, dass die Verdunstung aus dem Boden heraus nicht so stark ist und dass der Unkrautwuchs auch nicht so stark ist.

00:18:05: Werner Dann haben wir den Mais, der dient den Bohnen als Rankhilfe.

00:18:11: Gesa Ah, wie klug.

00:18:12: Werner Und die Bohnen haben natürlich den Effekt, dass sie in der Lage sind, an ihren Wurzeln Stickstoff einlagern zu können, Stickstoff speichern zu können, dass es quasi noch mal eine zusätzliche Nährstoffquelle wird. Und von daher ergänzen die sich gegenseitig und jeder hat so seine Aufgabe von diesen 3 Schwestern.

00:18:28: Gesa Das ist ja cool, von den 3 Schwestern. Nennt man das so?

00:18:31: Werner Das nennt man so, ja.

00:18:32: Gesa Wie witzig, ah, das probiere ich, glaub ich, mal aus, dieses Jahr.

00:18:35: Werner Wobei man ein bisschen gucken muss, dass die Bohnen nicht allzu übergriffig werden, was den Mais betrifft.

00:18:41: Gesa Muss man dann nicht auch erst warten, bis der Mais 'n bisschen gewachsen ist und dann die Bohnen erst reinsetzen?

00:18:47: Werner Ja, der Mais, den könnte man allerdings auch vorziehen.

00:18:50: Werner Man kennt das ja so als ackerbauliche Kultur, da macht es natürlich kein Landwirt, aber das geht grundsätzlich, dass der auch vorkultiviert wird. Das wäre dann so 'n Zuckermais, das kann man auch so in kleinen Töpfen aussäen und dann würde das vom Wachstum her gut kompatibel sein.

00:19:05: Gesa Das find ich 'ne super Idee.

00:19:07: Gesa Aber eine Frage ist mir noch eingefallen, ne, wir haben ja gesagt, am besten zieht man die Kürbispflänzchen vor. Wenn ich mich jetzt aber erst ein bisschen später im Frühjahr dazu entscheide, Kürbisse anbauen zu wollen, kann ich dann auch direkt ins Beet säen?

00:19:20: Werner Kannst du machen, ja, Kürbisse werden ja auch manchmal so im landwirtschaftlichen Stil angebaut, in Österreich der Ölkürbis beispielsweise.

00:19:27: Gesa Der Ölkürbis, für das Kürbiskernöl.

00:19:29: Werner Ja genau da in der Steiermark und dann wird er natürlich direkt in ins Feld ausgesät und das geht problemlos.

00:19:36: Gesa Muss man da auf irgendwas Besonderes achten?

00:19:38: Werner Auch da nicht zu tief säen und wo die Aufgabe natürlich auch vorhanden ist, da drauf zu achten, dass die Stellen, wo man ausgesät hat, dass die gut feucht gehalten werden, dass da einfach dann auch rasch zur Keimung kommt.

00:19:50: Werner Weil man ist ein bisschen später dran, das ist alles noch okay, nur dann darf da auch keine zeitliche Lücke mehr entstehen.

00:19:56: Gesa Okay, dann gehen wir mal davon aus, die ersten Pflänzchen stehen im Beet. Wie pflege ich die dann richtig?

00:20:04: Werner Was sicherlich gut ist, auf eine wirklich passende Nährstoffversorgung zu achten und wenn man das im Frühjahr mit bedenkt, würde sich auf jeden Fall die Verwendung eines Langzeitdüngers anbieten.

00:20:15: Gesa Wie lang wirkt der?

00:20:16: Werner Das würde man so hinkriegen, dass der, wenn das so ein Langzeitdünger ist, der Schafwolle beispielsweise beinhaltet, dass der eine Wirkdauer hat von 5 Monaten. Von daher ist das eine ziemlich komfortable Möglichkeit.

00:20:27: Gesa Oder immer mal wieder eine Fuhre Kompost dazu.

00:20:30: Werner Ja, aber das ist auch ein bisschen schwierig, den muss ich ja irgendwie aufbringen und auch einarbeiten und wenn der Kürbis sich etabliert hat, krieg ich den nicht mehr gut eingearbeitet.

00:20:38: Gesa Ach so, das reicht dann nicht, den oben noch drauf zu geben.

00:20:40: Werner Ja, das, aber dann fließen die Nährstoffe zu langsam und die Bodenorganismen haben es auch zu schwer, weil ja einfach der Kompost oben aufliegt, da würde ich von abraten.

00:20:49: Gesa Okay, und beim Gießen, du hast schon gesagt, Kürbisse brauchen viel Wasser, sind die empfindlich gegen Kalk, also Stichwort Leitungswasser?

00:20:57: Werner Kürbisse sind da jetzt nicht so sonderlich empfindlich. Also die sind sehr froh, wenn sie gut mit Wasser versorgt werden und wo man natürlich auch immer drauf achten sollte beim Wässern, dass die Blätter idealerweise trocken bleiben.

00:21:09: Werner Das hat aber eher was mit Pflanzenschutz zu tun, dass sich nach Möglichkeit keine Pilzkrankheiten ansiedeln können.

00:21:16: Gesa Ah, da fällt mir noch eine Sache ein, meine Gartennachbarin, die pflanzt auch immer Kürbisse an und wenn die Früchte kommen, dann macht die denen immer so ein Strohbett. Muss man das machen, also hilft das wirklich?

00:21:29: Werner Das muss man nicht machen, aber das hat natürlich den Vorteil, dass der Kürbis sauber bleibt, dass sich da nicht so viel Erde dran anhaften kann und er wird auch ein bisschen eher Farbe behalten.

00:21:41: Werner Und zwar, wenn das so richtig auf dem Boden liegt, sieht man dem Kürbis das auch an, dass da die Farbe anders ist als im restlichen Teil der Frucht.

00:21:49: Gesa Ja, die ist so ein bisschen heller, dann und das passiert nicht, wenn man Stroh unterlegt.

00:21:54: Werner Nicht so ausgeprägt. Aber wenn man sagt, das ist mir zu viel Arbeit, ich will das nicht, ist es auch wirklich okay.

00:21:59: Gesa Ja, ja, die ist der totale Kürbisfreak, die schneidet auch die Ranken immer. Ich weiß jetzt gar nicht nach was für einem System, kannst du dazu was sagen?

00:22:06: Werner Das hört man manchmal, dass eben die Ranken dann eingekürzt werden. Das hat einen ganz praktischen Vorteil, den es natürlich mitbringt, dass dann nur noch eine begrenzte Anzahl an Früchten vorhanden bleibt, irgendwie 2,3,4 Kürbisse, die das dann sind, die werden dann natürlich dann größer, als wenn die Kürbispflanze sehr viele Blüten ausbildet und dann versucht, alle Früchte, die sich entwickeln, irgendwie großzuziehen, dann hat man nur so mittelgroße Kürbisse.

00:22:34: Werner Da sag ich aber mal so, das ist ein bisschen die Entscheidung jedes Einzelnen, weil einige sagen, wenige große Kürbisse und andere sagen, viele handliche Kürbisse. Muss man gucken, wie man das für sich entscheidet.

00:22:44: Gesa Okay, ist jetzt aber kein Muss.

00:22:46: Werner Nein, das ist kein Muss.

00:22:48: Werner Man würde dann so nach dem 5., 6. Blatt einkürzen, wenn man das denn machen möchte und wenn man es nicht macht, ist das jetzt auch kein Drama an der Stelle.

00:22:56: Gesa Du als Gartenexperte, du machst ja auch Schulungen und so und wirst ganz oft um Rat gefragt. Was sind so die größten Kürbisfehler, die du bei Leuten mitbekommst?

00:23:05: Werner Tatsächlich, wo wir auch schon drüber gesprochen hatten, dass zu früh ausgesät wird und dass man dann irgendwie gucken muss, dass man diese Jungpflanzen, die dann eben schon relativ weit gewachsen sind, dass man die noch irgendwie zeitlich strecken muss, dass die erst zu den Eisheiligen oder nach den Eisheiligen ausgepflanzt werden, das ist manchmal ein bisschen schwierig und ja, verlängert einfach die Kulturdauer unnötigerweise.

00:23:28: Werner Also von daher sage ich das oft so: Zu früh anzufangen ist nichts, zu spät natürlich auch nicht, dass man da den richtigen Zeitpunkt abpasst, wir hatten ja drüber gesprochen.

00:23:38: Werner Und was auch auf jeden Fall gut wäre, den Kürbis nicht in jedem Jahr an derselben Stelle anzupflanzen, weil er, wir sprachen drüber, sehr viele Nährstoffe aus dem Boden herauszieht und der Boden ansonsten sehr stark ermüden würde, wenn man immer wieder auf die gleiche Stelle pflanzen würde.

00:23:53: Werner Von daher ist eine Fruchtfolge oder so ein Fruchtwechsel jeweils empfehlenswert, dass man vielleicht nur alle 3 bis 4 Jahre auf diese Stelle geht.

00:24:01: Gesa Also sagt man, nach 3 bis 4 Jahren hat sich die Erde wieder regeneriert und dann kann man da wieder loslegen.

00:24:06: WernerJa.

00:24:07: Gesa Ist ja wie mit Kartoffeln, auch letztendlich, ne.

00:24:09: Werner Ja, bei Kartoffeln ist es auch so, da geht es eher um Krankheiten und auch bei Kohlarten geht es eher um Krankheiten.

00:24:15: Werner Das ist jetzt hier bei den Kürbissen nicht ganz so ausgeprägt, da spricht man dann eher von Bodenmüdigkeit. Aber wichtig, einfach diese Fruchtfolge einzuhalten.

00:24:23: Gesa Eine Frage hab ich jetzt aber noch, die habe ich eben schon mal angesprochen beim Thema Mulchen, nämlich Schnecken. Letztes Jahr, da haben wir wirklich die Schnecken, ich habe glaub ich 3 oder 4 Kürbisse ins Beet gesetzt und es hat eine Woche gedauert, dann waren die einfach weggeratzelt. Die Schnecken haben alles niedergemacht. Hast du da noch irgendwie so ein paar Tipps, was man dagegen machen kann?

00:24:45: Werner Schnecken können in einigen Jahren wirklich ein ganz großes Problem sein, ist einfach sehr stark abhängig von der Feuchtigkeit, was natürlich immer geht, die Schnecken abzusammeln. Ist eine fiese Angelegenheit, aber natürlich eine sehr zuverlässige Angelegenheit und was ich mir dann auch überlegen muss, was mach ich mit den abgesammelten Schnecken, wenn man sie wieder irgendwie aussetzen möchte, weit weg, damit die nicht wiederkommen.

00:25:07: Gesa Wie weit würdest du denn sagen?

00:25:08: Werner Na, das sollten schon 50 Meter sein. Zu nah sollte es nicht sein, weil die sind dann durchaus emsig und kommen dann wieder herbeigekrochen.

00:25:16: Werner Was auch geht und was auch tatsächlich ganz gut funktioniert, ist diese sogenannte Bierfalle, dass man eine Schale in den Boden einlässt und quasi Bodenoberfläche und Schale, dass das so bündig ist, und dann wird diese Schale mit Bier gefüllt und Bier hat eine unglaubliche Lockwirkung.

00:25:31: Werner Die Schnecken kommen an, kriechen zur Schale hin, kriechen da auch rein und ertrinken dann im Bier.

00:25:37: Gesa Nicht der schlechteste Tod, ne.

00:25:39: Werner Hört man immer wieder mal.

00:25:40: Gesa Wäre nur die Frage, was für 'ne Art von Bier oder ist das egal oder mögen die lieber Kölsch oder Pils oder Alt?

00:25:46: Werner Ich glaub so diese westfälische Schnecke findet das Pils ganz schön und die Rheinische Schnecke dann eher das Kölsch.

00:25:52: Werner Nee, Bierart oder Biersorte ist egal, aber dies dieses Aroma, was von dem Bier ausgeht und dieser Geruch, der hat 'ne unglaubliche Lockwirkung und das sagen dann auch wieder Kritiker an der Stelle, dass das funktioniert, aber im Grunde zu gut funktioniert, weil auch die Schnecken in der Nachbarschaft kommen.

00:26:07: Gesa Wenn dann 'ne Party gefeiert wird, kein Wunder.

00:26:10: Werner Wenn's Freibier gibt, ist das immer irgendwie verständlich, genau.

00:26:13: Werner Und was natürlich auch geht, wenn man jetzt vielleicht auch 'n größeren Bestand hat, dass man Schneckenkorn ausbringt.

00:26:20: Werner Und da, was da ganz wichtig ist, das ist ja 'n zugelassenes Produkt auf jeden Fall. Und der Wirkstoff in dem Produkt ist nicht wurzelgängig. Heißt also, die Kürbispflanze wird niemals diese Wirkstoffe aufnehmen, von daher kann man das auch entsprechend der Gebrauchsanweisung verteilen und das ist dann auch gut und sehr effektiv.

00:26:36: Gesa Okay, und was mir auch gerade noch eingefallen ist, was bei mir oft bei den Kürbissen ist, dass die so Richtung Spätsommer so eine so einen komischen Belag auf den Blättern kriegen, das sieht so ein bisschen aus, ich kenn mich nicht so gut aus wie so eine Art Mehltau oder so.

00:26:52: Werner Es ist tatsächlich der sogenannte echte Mehltau. Es gibt auch noch oder 'nen falschen Mehltau, ist 'ne andere Krankheit.

00:26:58: Werner Aber ganz typischerweise am Kürbis entsteht dieser echte Mehltau im September, wenn man dann deutlich kürzere Tage hat, auch nachts kühlere Temperaturen und auch Taubildung in der Nacht, dann kommt es fast automatisch zu einer Ausbildung des echten Mehltaus.

00:27:14: Werner Und was aber wichtig ist an der Stelle, das betrifft ausschließlich die Blätter, nicht die Früchte. Die Früchte sind völlig gesund und auch normal verzehrfähig. Die Blätter sehen allerdings ganz finster aus, tun sie nicht, aber ganz weiß aus. Das ist ein klassisches Phänomen zum Spätsommer und Herbst hin.

00:27:31: Gesa Das heißt, das ist gar nicht schlimm.

00:27:33: Werner Das ist in dem Sinne nicht schlimm. Es wäre schöner, wenn die Blätter alle immer gesund blieben. Aber weil die Saison der Kürbisse dann sich ohnehin dem Ende zuneigt, gehört das quasi mit dazu.

00:27:44: Gesa Muss ich denn die Pflanzen, wenn ich die dann aus dem Beet nehme, irgendwie gesondert entsorgen?

00:27:48: Werner Idealerweise schon, dass man die über den Restmüll entsorgt, einfach um zu vermeiden, dass der Befall mit echtem Mehltau im Folgejahr früher zu beobachten ist. Das würde man ein Stück weit damit beeinflussen können, wenn man da eben die die Blätter und die ganze Pflanze, die dann ja vielleicht auch im Laufe der Zeit dann abgestorben ist, wenn die dann separat entsorgt wird.

00:28:08: Gesa Ja, also nicht auf dem Kompost.

00:28:10: Werner Besser nicht auf dem Kompost, ne.

00:28:11: Gesa Okay, gut. Jetzt habe ich noch die Frage, ich hab ja eingangs gesagt, dass ich mal auf dem Balkon wirklich diesen Mini Mini Miniaturkürbis hatte. Ich weiß nicht, lag es daran, dass ich was falsch gemacht habe, oder würdest du sagen, kann man auf dem Balkon eh nicht gut Kürbisse ziehen?

00:28:29: Werner Auf dem Balkon geht das nicht wirklich gut, weil der Wurzelraum, den so ein Kürbis braucht, der ist da zu klein. Und wenn man dann versucht, den Kürbis auch ausreichend mit Wasser zu versorgen, wird das auch ganz, ganz schwierig sein.

00:28:41: Werner Es bilden sich Früchte, so wie du es auch beobachtet hast, weil die Kürbispflanze und alle anderen Pflanzen natürlich auch, die wollen immer irgendwie Saatgut produzieren, Nachwuchs produzieren. Deswegen machen sie dann diese Mini-Früchte. Aber ich würde da an der Stelle wirklich die Finger von lassen. Das ist viel Aufwand und wenig Ertrag und wenig Nutzen.

00:29:01: Gesa Gut, und dafür gibt es ja auch genug andere Sachen, die man auf dem Balkon machen kann. Haben wir ja auch schon mal eine ganze Folge zugemacht: Gärtnern auf dem Balkon.

00:29:07: Werner Richtig, und das ist dann deutlich erfolgversprechender und auch pflanzengerechter.

00:29:11: Gesa Okay, gut zu wissen. Kommen wir mal zur Ernte. Woran erkennt man eigentlich, dass der Kürbis reif ist?

00:29:18: Werner Ein gutes Erkennungsmerkmal ist die Farbe jetzt beim Hokkaido Kürbis, also bei der Sorte, die wir auch schon so besprochen haben, kennt man das ja mit so einer leuchtend orangenen Farbe und die sollte sich richtig gut ausgeprägt haben, dann ist das ein gutes Erkennungsmerkmal, dass der Kürbis also reif ist.

00:29:35: Werner Ein Zweites: Die Schale. Wenn die so mit dem Fingernagel nicht mehr eindrückbar ist und sehr hart geworden ist, ist das auch ein sicheres Erkennungsmerkmal.

00:29:43: Werner Der Stiel find ich immer besonders wichtig, dass der verholzt und trocken sein sollte. Andersrum, wenn er noch so fleischig grün ist, dann ist es noch zu früh, dann ist die Gefahr auch relativ groß, wenn man ihn dann schon ernten würde, dass er zu faulen beginnen würde. Von daher, sich immer am Stiel zu orientieren, ist 'ne 'ne gute Möglichkeit, plus eben Schale und Farbe, dann kriegt man das ganz gut raus.

00:30:07: Werner Und was man bei der Melone kennt, dass man so anklopft, das funktioniert in ähnlicher Weise beim Kürbis auch. Er sollte, wenn man eben so klopft, hohl klingen.

00:30:17: Gesa Okay, das heißt, wenn er hohl klingt, wenn die Farbe gut ist und die Schale fest, ist er reif geerntet zu werden?

00:30:24: Werner Richtig.

00:30:24: Gesa Und dann einfach ein Messer nehmen und abschneiden oder abdrehen oder was ist so die beste Technik?

00:30:29: Werner Mit dem Messer ist ein bisschen schwierig, was wirklich gut geht mit einer mit einer Rosenschere und dann sollte man eben auch vom Stiel noch ein Stück stehen lassen. Das können 5 oder auch ein paar Zentimeter mehr sein. Man kann ihn da dran anfassen, das ist das eine. Und die Gefahr, dass er anfängt zu faulen, ist kleiner, wenn man eben ein Stück Stiel dran lässt.

00:30:48: Gesa Warum das denn?

00:30:50: Werner Weil dann einfach die Krankheitserreger, die ansonsten über diesen Stiel in die Pflanze einwandern, die haben einen längeren Weg.

00:30:56: Gesa Ah, ach so, klar, und das ist ja wiederum sinnvoll, weil man Kürbisse ja auch super lagern kann, ne, man kann die ja durchaus ein paar Monate, wenn man sie gut trocken und dunkel irgendwo aufbewahrt, lagern.

00:31:08: Werner Genau, man kann sie wirklich problemlos lagern, in gewisser Weise so wie Kartoffeln auch, aber wichtig, eben bei der Ernte sehr sorgfältig zu sein, den nicht unnötigerweise irgendwie zu verletzen oder auch nicht zu werfen, weil er dann Druckstellen bekommen könnte. Und eben was das Abschneiden betrifft, eben wie wir es besprochen haben, drauf zu achten, dass man einen sauberen Schnitt hat und ein relativ langes Stück Stiel übriglässt.

00:31:31: Gesa Super Tipp, das wusste ich nicht.

00:31:33: Gesa Und dann kommen wir ja eigentlich zum Allerbesten, nämlich dazu, den Kürbis zu verwerten, das heißt, was Leckeres damit zu kochen. Man kann ihn ja dünsten, braten, grillen, einlegen, backen, alles Mögliche. Was ist denn dein liebstes Kürbisrezept?

00:31:48: Werner 'Ne Kürbissuppe mit Kürbiskernöl.

00:31:51: Gesa Oh ja, das ist lecker. Ich mag das auch gerne und was ich superlecker finde, ist Kürbis, wenn du den so im Backofen machst und vorher mit Gewürzen bestreust, das find ich auch mega.

00:32:02: Werner Das habe ich noch nicht ausprobiert.

00:32:04: Gesa Und Kürbis-Chutney, liebe ich, find ich köstlich.

00:32:08: Werner Und der Klassiker ist ja so, dass der Kürbis so in Quadrate geschnitten wird und dass er dann so süß-sauer eingelegt wird, so ähnlich wie eine Gurke. Find ich auch mal ganz apart, weil man einfach einen anderen Geschmack mal hat.

00:32:20: Gesa Ja, das ist irgendwie, das erinnert mich früher immer an den Hofladen bei uns im Dorf, das ist so ein ganz altes klassisches Rezept, glaub ich, ne?

00:32:28: Werner Ja, meine Oma hat das auch immer gemacht und daher kenn ich das auch und wie gesagt, ich könnte mir vorstellen, dass ich das irgendwann leid wäre, aber so hin und wieder find ich das lecker.

00:32:37: Gesa Und wir haben auch noch ein paar andere Inspirationen in Sachen Kürbis für euch. Zum Beispiel, die Kürbisse mal auszuhöhlen und mit anderen Pflanzen zu bepflanzen. Das sieht auch total schön aus. Ich verlinke euch dazu einen Artikel in den Shownotes.

00:32:50: Gesa Also klar ist, ich werde das mit den Kürbissen dieses Jahr bestimmt richtig gut hinbekommen, dank deiner Tipps, Werner. Und wer weiß, vielleicht werde ich nächstes Jahr in einem Riesenkürbis über den Gartenteich paddeln. Ich glaub es eher nicht, aber man kann ja noch träumen.

00:33:06: Gesa Ich wünsche euch auf jeden Fall einen wunderschönen Frühling im Garten und solltet ihr einen Rekordkürbis hinbekommen, schickt unbedingt ein Foto.

00:33:14: Gesa Und wenn ihr sonst noch Fragen oder Anmerkungen habt, dann könnt ihr uns gerne schreiben, und zwar über podcast@compo.de.

00:33:21: Gesa Wir freuen uns, von euch zu hören und natürlich auch immer über ein Like.

00:33:25: Gesa

Tschüss, macht es gut.: WernerTschüss!

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