Gärtnern mit Kindern – den Familiengarten spielerisch gestalten und entdecken

Shownotes

Gemeinsam buddeln, säen und ernten – und dabei die Natur entdecken: In dieser Podcastfolge von „Dein Fleckchen Grün“ dreht sich alles um das Gärtnern mit Kindern. Gesa und Werner verraten, wie der Garten (oder Balkon oder sogar die Fensterbank) zum echten Abenteuerland für die ganze Familie wird.

Ihr erfahrt, ab welchem Alter Kinder Spaß am Gärtnern haben, welche Pflanzen besonders robust und schnell wachsend sind, und wie ihr mit kleinen Experimenten, Bastelideen und Ernteerlebnissen die Begeisterung hochhaltet. Außerdem sprechen die beiden über Sicherheit im Garten, kindgerechte Beete, passende Werkzeuge und warum Perfektion im Garten keine Rolle spielen muss.

Das Rezept für Kräuterbutter mit Blüten, das sich wunderbar gemeinsam mit Kindern zubereiten lässt, findet ihr hier:
https://www.compo.de/ratgeber/inspiration/rezepte/kraeuterbutter-mit-blueten

Weitere Tipps und Ideen rund ums gemeinsame Gärtnern mit Kindern findet ihr in unserem Ratgeber:
https://www.compo.de/ratgeber/pflanzenpflege/grundlagen/richtig-pflanzen/gaertnern-mit-kindern

Viel Spaß beim Hören!

Transkript anzeigen

00:00:03: Gesa Ich hab neulich mal im Gartencenter Limonadenpflanzen gesehen. Da hab ich mich gefragt, was ist das denn?

00:00:09: Werner Das ist auch so 'ne Heil- und Gewürzpflanze, ist der Oberbegriff. Und die kann man dann verwenden, wenn man selbstgemachte Limonade erstellen möchte, dass man dann eben diese Limonadenpflanzen damit verwendet, heißt Stücke davon abschneidet oder Blätter mit in das Wasser gibt, dass es dann eben quasi zur Limonade wird.

00:00:25: Gesa Also schmeckt das dann so Waldmeister oder zitronig?

00:00:28: Werner Ja, so irgendwo dazwischen. Also richtig Waldmeister ist ja eine separate Pflanze, zitronig auch nicht, aber wie man das von diesen Erfrischungsgetränken teilweise auch kennt, beschreiben könnt ich es jetzt gar nicht genau, aber man merkt sehr schnell, das gehört irgendwie mit dazu.

00:00:41: Gesa Ja, das wollten meine Kids natürlich sofort haben, weil sie sich vorgestellt haben, das legt man in Wasser und dann entsteht da so eine Fanta oder sowas. Aber ganz so ist es natürlich nicht.

00:00:50: Werner So leicht fängt das dann nicht an zu blubbern und so, das ist halt so.

00:00:56: Gesa Hallo zusammen, da sind wir wieder mit einer neuen Folge von 'Dein Fleckchen Grün', eurem Podcast rund ums Gärtnern und ein grünes Zuhause.

00:01:05: Gesa Ich bin Gesa, ich bin Journalistin, Moderatorin und ein riesiger Gartenfan und mit dabei ist wie immer Werner, unser Gartenexperte.

00:01:13: Gesa Hallo Werner.

00:01:14: Werner Hallo Gesa.

00:01:15: Gesa Werner, sag mal, kannst du dich an deine ersten Versuche als Gärtner erinnern?

00:01:20: Werner Sogar noch sehr gut, weil ich bin ja in der Gärtnerei aufgewachsen und hab ich von der Seite her sehr viele Stunden und auch über lange Zeit im Gewächshaus aufgehalten.

00:01:29: Werner Hatte da auch als kleines Kind so 'ne Ecke, die mein Vater hergerichtet hatte, so als Sandkasten oder später dann unter den Tischen, die dann mir im Gewächshaus montiert waren. Das war schon 'ne schöne Stelle, um zu spielen.

00:01:41: Gesa Das heißt, Gärtnern war schon immer 'n Teil von deinem Leben.

00:01:44: Werner Muss ich sagen, ja, weil es einfach immer mit dazugehört hat, ja.

00:01:46: Gesa Super. Ich kann mich tatsächlich auch noch ganz genau dran erinnern, ich glaub, ich war so ungefähr 5-6 würde ich sagen. Da habe ich das erste Mal ein eigenes kleines Beet in unserem Garten gekriegt und ich fand es so cool.

00:01:58: Gesa Ich kam mir so erwachsen vor und das war eigentlich total süß. Das war ein ganz winziges Beet, da waren Erdbeeren drin, ein Kohlrabi, ich glaub ein Salat oder so.

00:02:07: Gesa Und dann hat meine Mutter mir 2 Gartenzwerge geschenkt, hatte man damals. Die hab ich Coco und Appel genannt und die hatten dann den Auftrag, das Beet zu beschützen. Hat nicht so ganz geklappt, weil ich glaube, ich hab es damals mit dem Gießen nicht so richtig hingekriegt, überlebt haben eigentlich nur die Erdbeeren, aber das war für mich so 'n ganz toller Moment und hat ja immerhin dazu geführt, dass Gärtnern heute immer noch mein Hobby ist.

00:02:32: Gesa Und deshalb haben wir uns auch überlegt, sprechen wir doch mal über das Thema Gärtnern mit Kindern. Gerade jetzt im Frühling, da ist ja die perfekte Zeit, den Garten in so 'n richtiges Abenteuerland für die ganze Familie zu verwandeln.

00:02:45: Gesa Und in dieser Folge, da möchten wir euch praktische Tipps geben, wie ihr euren Garten kindgerecht und spannend gestalten könntet. Und dazu auch Ideen für kleine Experimente, für kreative Projekte und natürlich auch den idealen Pflanzen fürs Gärtnern mit Kindern.

00:03:02: Gesa Werner, was würdest du sagen, warum findest du es sinnvoll, Kinder, also wenn sie denn Lust dazu haben, früh ans Gärtnern heranzuführen?

00:03:10: Werner Eine Sache, die mir da einfallen würde: Dass Kinder sicherlich ein besseres Gespür für die Jahreszeiten bekommen und auch für die Witterung bekommen, weil das ist natürlich maßgeblich wichtig, Jahreszeit, Witterung, dass Pflanzen wachsen oder dass sie möglicherweise nicht so toll wachsen können.

00:03:24: Werner Und was ich natürlich auch ganz spannend finde, einer Pflanze quasi beim Wachsen zuzugucken. Dass eben irgendwas ausgesät wird, es wächst und wenn alles gut läuft, kann ich später ja was ernten, dass ich Früchte, Tomaten oder was auch immer ernten kann. Oder auch irgendwie ein Salat, dass ich den dann abschneiden kann und dann aufessen kann. Und auch das find ich eine ganz spannende Angelegenheit.

00:03:45: Gesa Absolut, ne, einfach mal draußen zu sein, sich in der Natur zu bewegen, auch mal nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch wenn es mal regnet oder vielleicht nicht so tolles Wetter ist.

00:03:54: Gesa Es gibt ja auch Studien, die darauf hinweisen, dass Kinder, die regelmäßig draußen in der Natur sind und sich bewegen, dass die sich zum Beispiel besser konzentrieren können, ne, und weniger Stress haben.

00:04:05: Gesa Und was ich ja auch noch total wichtig finde, ist so, das hast du auch gerade schon angesprochen, die Neugier wecken, ne, die Natur einfach mal so ein bisschen zu beobachten, so zu überlegen, was wächst denn da überhaupt und was für Tiere sind da unterwegs. Es ist ja nicht immer nur das, was man direkt sieht, so ein Wurm findest du erst, wenn du mal in der Erde buddelst.

00:04:25: Werner Ja, auf jeden Fall und was sicherlich auch noch hinzukommt: Alles, was Gärtnern betrifft, ist auch ein Stück weit Kontinuität gefragt. Ich kann das jetzt nicht einmal machen und dann irgendwie in drei Monaten wiederkommen, sondern muss am Ball bleiben, mal mehr, mal weniger, alles klar, aber wie gesagt, das mit der Kontinuität finde ich auch durchaus eine wichtige Angelegenheit dabei.

00:04:45: Gesa Na ja, und was man auch nicht vergessen darf, es ist gemeinsame Familienzeit. Also das ist ja schon schön, wenn man mit den Kindern dann auch Zeit draußen verbringt und was gemeinsam macht, ne, wenn die ein bisschen helfen.

00:04:55: Werner Ja, und dann kann man auch natürlich das eine mit dem anderen verbinden, dass man natürlich seine Gartenarbeit hat, aber sich nachher dann auch noch irgendwie zum Spielen trifft oder auch zusammen isst und trinkt, dass es einfach so ineinander übergeht, das find ich auch dann noch mal schön an der Stelle.

00:05:08: Gesa Ja, ich finde man muss ganz doll drauf achten, dass das Ganze nicht so ein Geschmack von Arbeiten hat, also so wir gehen in Garten, da muss ich arbeiten, sondern dass wirklich der Spaß im Vordergrund steht.

00:05:19: Werner Ja, und das hat sicherlich auch dazu geführt, weil wir drüber gesprochen haben, beziehungsweise du mich gefragt hattest, dass ich eben auch in den Gärtnerberuf eingestiegen bin, weil das einfach irgendwie mit dazugehört hat und das macht dann Spaß und hat letztendlich dann auch meine Berufsentscheidung stark beeinflusst.

00:05:34: Gesa Was würdest du denn sagen, was ist so das richtige Alter, um mit dem Gärtnern zu beginnen? Also, ab was für einem Alter kann man Kindern wirklich auch zutrauen, sich um Pflanzen zu kümmern und Spaß da dran zu haben?

00:05:46: Werner Wenn ich mich so zurückerinnere, ich glaub, ich war so 6 Jahre alt, als ich mich dafür interessiert habe. Was aber nicht heißt, dass es auch Kinder gibt, die dann vielleicht schon mal ein bisschen früher Interesse haben und vielleicht das eine oder andere machen wollen. Aber gut, manche vielleicht auch ein bisschen später, aber 6 Jahre ist vielleicht keine schlechte Altersstufe, wo das Ganze dann auch einigermaßen gut funktioniert.

00:06:08: Gesa Ja, das find ich, klingt eigentlich ganz gut. Also ich könnte gar nicht so ein Zeitpunkt nennen. Ich habe mit meinen Kindern immer früh schon angefangen, so kleine Projekte zu machen, also zusammen dann Tomaten zu pflanzen auf dem Balkon oder Erdbeeren.

00:06:21: Gesa Einmal haben wir sogar ein kleines Kornfeld gesät, da war mein Sohn gerade so auf dem Bauerntrip, fand irgendwie das, was Bauern machen, spannend und dann haben wir auf einem Getreidefeld ein paar Ähren geklaut und haben die dann bei uns auf dem Balkon in einen Topf eingepflanzt und hatten dann so ein kleines Kornfeld da. Das war auch total lustig.

00:06:42: Gesa Was ich, glaube ich, nur wichtig finde, also, ich glaube, einem Kind wirklich so die Verantwortung zu übertragen, ne, dass man sagt: 'Das ist dein Beet und du musst das alleine machen, dich alleine drum kümmern.' Da müssen die schon ein bisschen älter sein. Also da, ich glaub, da geht sofort 10 oder vielleicht eher sogar 12 nichts. Also vorher müssen schon die Eltern auch immer mit am Ball bleiben.

00:07:03: Werner Würde ich jetzt auch so vermuten, weil dann einfach das zu sehr nach Pflicht klingt.

00:07:07: Gesa Ja, und da sind die einfach auch noch so verspielt, ne, da vergisst man das auch einfach mal schnell oder verliert auch schneller das Interesse daran, wenn sich mal nichts tut im Beet, was ja durchaus auch immer mal so ist.

00:07:18: Gesa Ich habe so die Erfahrung gemacht, dass Kinder eigentlich alles interessant finden, was schön aussieht oder lecker schmeckt oder sich irgendwie interessant anfühlt oder auch einfach toll duftet, ne,

00:07:29: Gesa Hast du da ein paar spezielle Tipps für passende Pflanzen?

00:07:32: Werner Da gibt es auf jeden Fall einige Pflanzenarten, die man da gut nennen kann. Was sicherlich sehr interessant ist und was eben ganz viele kennen, ist der Lavendel, auch ein sehr typischer Geruch.

00:07:42: Werner Studentenblume, Tagetes riecht auch sehr interessant, sag ich jetzt mal so, mit Absicht interessant. Einige mögen das, andere sagen eher, das ist 'ne Stinkeblume, aber der Geruch ist auf jeden Fall auffällig.

00:07:54: Werner Wobei bei der Tagetes, die kann man in Teilen auch essen und zwar die Blütenblätter kann man essen und das macht sich manchmal auf dem Salat auch ganz schön.

00:08:02: Gesa Das ist ja auch immer toll, ne, also da kommen wir auch gleich, möcht ich gleich noch mal drüber sprechen, aber so dieses einen Nutzen zu haben, ne, die Sachen wirklich oder die Pflanzen wirklich zu nehmen und essen zu können oder zu Dekozwecken nehmen zu können, das ist natürlich auch immer toll und steigert die Motivation.

00:08:17: Werner Oder sicherlich auch, weil es ja eine hohe Bekanntheit hat, Basilikum.

00:08:21: Werner Und was man den Kindern dann an der Stelle auch immer gut zeigen kann, um den Geruch vielleicht noch ein bisschen intensiver zu erleben, dass man Blatt zwischen 2 Fingern nimmt und dran reibt und dann dran riecht, dann hat man da noch mal mehr von, als wenn man jetzt nur so mit der Nase an die Pflanze herangeht.

00:08:36: Werner Was sicherlich auch ganz schön ist, einiges zu ertasten. Das machen Kinder ja auch ganz gerne und da gibt es ja auch einige Pflanzenarten, wo man sagen kann, das ist da besonders gut für geeignet, sicherlich der Rosmarin, weil man am Rosmarin, auch ein interessanter Geruch, aber man hat eben auch diese Nadeln, die sich ja so ein bisschen auch wie ja wie so ein Tannenzweig anfühlen, in gewisser Weise ist es das auch so, aber das ist mal interessant.

00:09:01: Werner Oder bei den Weidekätzchen, das kenne ich aus eigener Kinderzeit auch noch, wir hatten extra Weiden gepflanzt, die dann so abgeschnitten wurden und dann auch irgendwie zum Palmsonntag beispielsweise mit verkauft wurden.

00:09:13: Werner Dann war das aber eben auch meine Kinderarbeit in Anführungszeichen, dann diese schützende Hülle von den Weidenkätzchen abzumachen, damit das einfach schöner aussah. Das war so eine Knibbelarbeit, aber hat jetzt auch ein bisschen Spaß gemacht, das war ja dann auch irgendwie eine halbe Stunde nur, aber das fühlt sich dann irgendwie auch ganz schön an, da mal Hand anzulegen.

00:09:31: Gesa Ja, und die Weidenkätzchen, die sind ja toll, die mochte ich auch unheimlich gerne, sind ja wirklich wie so kleine Kätzchen ist eigentlich das falsche Wort, eigentlich sehen sie aus wie kleine Mäuschen.

00:09:41: Werner

Ja, von der Farbe auf jeden Fall, aber bei uns liefen die auch nur unter Kätzchen.: Gesa Sie heißen ja auch so.

00:09:46: Werner Ja, Weide wurde dann weggelassen.

00:09:48: Werner Und auch was auch immer schön war zu Kinderzeiten, so Moos. Über Moos zu laufen oder auch irgendwie mit Moos irgendetwas zu basteln oder in der Advents- und Weihnachtszeit dann die Krippe mit Moos dann herzurichten. Auch das war immer irgendwie eine schöne Angelegenheit.

00:10:02: Gesa Ja, Moos ist auch super. Es gibt ja auch so schönes Moos, ne, dieses mit so sternchenförmigen, ich weiß nicht, sind das Blüten dann?

00:10:10: Werner Ja, Blüten haben die gar nicht, das ist botanisch noch mal eine andere Nummer, tatsächlich deutlich komplizierter als bei klassischen Blütenpflanzen. Das geht in Richtung Blüte, aber es ist keine Blüte.

00:10:21: Gesa OK.

00:10:21: Werner Lassen wir einfach mal so stehen, das wäre, da müssten wir mal eine Podcastfolge über Moos machen, weil das eine ganz spannende Thematik ist.

00:10:28: Gesa Ja, gute Idee, das werden wir uns merken.

00:10:31: Gesa Ich habe neulich mal im Gartencenter Limonadenpflanzen gesehen. Da habe ich mich gefragt, was ist das denn?

00:10:38: Werner Das ist auch so eine Heil- und Gewürzpflanze, ist der Oberbegriff. Und die kann man dann verwenden, wenn man selbstgemachte Limonade erstellen möchte, dass man dann eben diese Limonadenpflanze damit verwendet, heißt, Stücke davon abschneidet oder Blätter mit in das Wasser gibt, dass es dann eben quasi zur Limonade wird.

00:10:54: Gesa Also schmeckt das dann so Waldmeister oder zitronig?

00:10:57: Werner Ja, so irgendwo dazwischen. Also richtig, Waldmeister ist ja eine separate Pflanze, zitronig auch nicht, aber wie man das von diesen Erfrischungsgetränken teilweise auch kennt, beschreiben könnt ich es jetzt gar nicht genau, aber man merkt sehr schnell, das gehört irgendwie mit dazu.

00:11:10: Gesa Ja, das wollten meine Kids natürlich sofort haben, weil sie sich vorgestellt haben, das legt man in Wasser und dann entsteht da so eine Fanta oder sowas, aber ganz so ist es natürlich nicht.

00:11:19: Werner So leicht fängt das dann nicht an zu blubbern und so, das ist halt so.

00:11:22: Gesa Ein riesiges Thema beim ersten eigenen Beet ist ja ,aus meiner eigenen Erfahrung kann ich da sprechen, das Gießen.

00:11:29: Gesa Ich weiß ja genau, wie es läuft, ne, die ersten Wochen ist man total motiviert und überschwemmt das Beet, dann nimmt die Motivation und Begeisterung ein bisschen ab, dann wird es zu trocken.

00:11:39: Gesa Welche Pflanzen kannst du da empfehlen, die in unter solchen Bedingungen, sag ich mal, nicht direkt schlapp machen?

00:11:46: Werner Ja, das sollten schon Pflanzen sein, die einerseits einen hohen Wasserbedarf haben und vielleicht dann auch mal wegstecken können, wenn sie auch mal zu kräftig gegossen worden sind.

00:11:55: Werner Da ist beispielsweise die Dahlie zu nennen oder auch die Geranie, die kann auch mal trocken werden, das macht ihr nichts und wenn sie mal sehr viel Wasser abgekriegt hat, macht ihr das auch nicht gar so viel.

00:12:05: Werner Die Ringelblume, auch die kann eine ganze Menge Wasser vertragen und auch das ist dann eher so eine Balkonpflanze, die Bidens, ein Zweizahn, so heißt das dann auf Deutsch. Das ist eine Pflanzenart, die blüht gelb, auch sehr interessant und sehr schön gelb, hat einen hohen Wasserbedarf und die, sag ich jetzt mal so, kaputt zu gießen, das ist schon eine Herausforderung.

00:12:26: Gesa Und aber wenn man jetzt die Trockenheit, die ja durchaus dann auch mal eintreten kann, mit bedenkt, gibt es auch Pflanzen, die so beides gut abkönnen, die einfach unheimlich robust sind?

00:12:35: Werner Die beides gut abkönnen, ja, das wäre höchstens die Geranie, die könnte auch Trockenheit ganz gut vertragen. Ansonsten, die jetzt Trockenheitstoleranz sehen, das sind häufig so Kräuter, irgendwie ein Salbei, Lavendel, ein Thymian oder ein Oregano, die können auch mit Trockenheit ganz gut umgehen.

00:12:51: Werner Aber die, wie gesagt, die beides vertragen, da gibt es nicht allzu viel.

00:12:54: Gesa OK., also es ist ja auch klar, dass man als Eltern da am Anfang so ein bisschen mit eingreifen muss, ne, grad wenn die Kinder noch unter 10-12 Jahre alt sind, denk ich, wär das jetzt zu viel Verantwortung zu sagen, du musst es ganz alleine machen. Manchmal muss man einfach so ein bisschen mit justieren und unauffällig, ich finde am besten unauffällig eingreifen.

00:13:14: Werner Das ist sicherlich gut und was ich jetzt wieder aus gärtnerischer Sicht sagen kann, einfach damit man das auch einschätzen kann, das Gießen ist mit die anspruchsvollste Tätigkeit, die es halt im Gärtnerberuf gibt. Muss man tatsächlich sagen, jetzt nicht bei 30 Grad und warmen Wind, da kann nicht viel schiefgehen, aber immer dann, wenn das Wetter so ein bisschen kribbelig ist, dann ist das Gießen eine anspruchsvolle Tätigkeit. Von daher hast du natürlich recht, dass da so die Erwachsenen immer genau gucken sollten, vielleicht auch manches dann machen, wenn die Kinder nicht dabei sind oder das ist sicherlich hilfreich.

00:13:45: Gesa Absolut, was ich so gemerkt habe, was Kindern im Garten immer total Spaß macht, ist wenn man auch natürlich spielerische Elemente mit einbaut, ne. Man kann ja auch ganz viel basteln oder Sachen ausprobieren. Also wir haben zum Beispiel mal auch aus Geranienblüten die so zerrieben und dann mit der roten Farbe dann so auf die Steine gemalt oder ganz ehrlich, der Klassiker Blumenpressen, das ist so altmodisch, aber ich habe das mal mit meinen Kindern gemacht, die fanden das super. Die haben wir im Sommer gepresst und dann im Herbst so Bilder draus geklebt oder halt auch Sachen bauen, ne, einfach mal so ein kleinen Holzbohrer mitnehmen, so ein Handbohrer und mit Rinde basteln, irgendwelche Boote bauen, das funktioniert einfach immer und da habe ich gemerkt, das hat auch so die Begeisterung echt hochgehalten.

00:14:31: Werner Oder was mir dann noch einfällt, das ist dann wieder vielleicht ein bisschen aus der gärtnerischen Ecke gedacht, aber bei einer Pflanze, die wirklich sehr schnell wächst, oder auch bei so Zwiebelpflanzen kann man das manchmal auch gut machen, wie die Hyazinthe, dass man die jeden Tag fotografiert, irgendwie immer nachmittags um 05:00 Uhr ein Foto macht und später dann so ein Zeitraffer erstellt.

00:14:50: Werner Da müssen die Erwachsenen ein bisschen bei helfen, aber das ist sehr eindrucksvoll, wenn man dann immer so aus derselben Position so Fotos macht und das dann nebeneinander stellt, dass das, dass man dann auch sieht, was, was da in innerhalb sehr kurzer Zeit alles passieren kann.

00:15:03: Gesa Ja, das ist natürlich super, also das ist ja echt ein richtig tolles Langzeitprojekt, aber innerhalb von kürzester Zeit ist ein gutes Stichwort, weil meiner Erfahrung nach sind Kinder ja jetzt nicht unbedingt so die geduldigsten Wesen auf dieser Erde.

00:15:17: Gesa Welche Pflanzen kannst du empfehlen, die sich einfach aussäen lassen und dann aber auch schnell wachsen und vielleicht sogar eine schnelle Ernte bringen?

00:15:25: Werner Der Klassiker wäre an der Stelle sicherlich der Kressesamen, den man so aussäen kann. Auch auf einem auf so einem Küchentuch kann man das machen. Also so einem, wie heißt das, so einem Küchenkrepp kann man das machen oder auch auf Watte kann man das machen.

00:15:37: Werner Und wenn da entsprechend die Temperatur passt, die Feuchtigkeit passt, dann keimt die Kresse ja innerhalb ganz kurzer Zeit, innerhalb weniger Tage und dann kann man das ja so mit der Schere abschneiden und dann auch mit aufs Butterbrot legen und auch direkt essen und da hat man sofort auch ein auch ein Erfolg, was sicherlich dann für Kinder ganz faszinierend ist, wenn das innerhalb so kurzer Zeit funktioniert.

00:15:58: Gesa Da hatten doch wir, ich weiß nicht, ob das bei euch auch so war, wir haben in der Schule immer so Kresseigel und Kresseköpfe gebastelt, fällt mir gerade ein, aus Ton geformt und dann diese Igel, die hatten dann irgendwie so kleine Löchlein drin, da hat man dann, glaub ich, Watte drauf, irgendwie so und auf jeden Fall ist dann die Kresse auf diesem Tonigel gewachsen, das war total schön.

00:16:16: Gesa Und sonst noch so irgendwelche Pflanzen, die man auch schnell ernten kann? Was bietet sich da an?

00:16:22: Werner Ja, schnell ernten kann und die auch ziemlich sicher zur Keimung kommen. Das finde ich, ist so der erste Schritt, wenn man jetzt beispielsweise Erbsen auslegt oder Bohnen oder auch Mais oder Kürbis, so etwas.

00:16:34: Werner Das sind schon kräftig wachsende Pflanzen. Da entwickeln sich auch teilweise beim Kürbis große Blätter, dass das auch sofort nach etwas aussieht und so ein gewisses Erfolgserlebnis auch mit sich bringt, und das ist an der Stelle wirklich ganz schön.

00:16:48: Werner Was man auch machen kann, ist etwas moderater, also nicht ganz so kräftig wachsend, aber auch ziemlich sicher, dass es dann auch keimt. Das ist so 'n so 'n Saatgutband mit Radieschensamen. Auch das kann man auslegen, da ist dann der Samen schon aufgebracht und da muss man einfach wissen, ein Radieschensamen ohne dies Saatband, das ist sehr klein, das ist für Kinder, glaub ich, nicht so gut geeignet, weil es einfach sehr, sehr klein ist. Und wenn das aber schon so vorgefertigt ist oder vorbereitet ist, dann geht das auch gut.

00:17:16: Gesa Ja, und die sind dann natürlich auch sehr früh reif, ne, kann man ernten, mögen fast alle, das ist natürlich 'ne super Idee. Ich mache das ja immer so, dass ich die mit den Möhrensamen vermische und dann zusammen aussäe.

00:17:29: Werner Das kann man sicherlich gut machen, weil das ja beides Gemüsearten sind, die dann eher im Boden wachsen und das passt dann ganz gut zusammen.

00:17:37: Gesa Und in Sachen Blumen, was hast du da für Tipps?

00:17:39: Werner Bei Blumen gibt es natürlich auch einige Arten, die sich wirklich gut dafür eignen. Die klassische Art ist, ist die Sonnenblume.

00:17:45: Gesa Ja, die ist natürlich auch toll, ne, einmal wird sie unheimlich groß, dann kannst du die Kerne ernten, und was ja auch spannend ist, dass die die Köpfe dann immer so der Sonne zudrehen.

00:17:54: Werner Das ist eine ganz spannende Geschichte, gibt es auch ein Fachbegriff dazu, Heliotropismus

00:17:59: Gesa Oh, Heliotropismus, siehst du wieder was dazugelernt.

00:18:02: Werner Also, wir hatten es, glaub ich, auch so schon mal gesagt, Licht ist ja ein entscheidender Faktor für alle Pflanzen im Grunde und eben die Sonnenblume ist ja dann wirklich gut in der Lage, ihre Blüte entsprechend auszurichten.

00:18:14: Gesa Ist ja auch irgendwie wieder so ein spannendes Naturex…, Also, Experiment nicht, ne, das macht die Natur ja von selbst, aber das zu beobachten.

00:18:22: Werner Ja, so eine Naturerfahrung dann an der Stelle und auch eben von der Verwendbarkeit her, man kann die Kerne ernten und irgendwie selbst verzieren oder man erntet später so diesen ganzen, die ganze Blüte und kann das so prima als Vogelfutter auch verwenden.

00:18:35: Gesa Ja, genau, aufhängen, das habe ich auch schon gemacht.

00:18:38: Gesa Dann hattest du noch Geranie genannt, weil die einfach relativ robust ist. Was für Blumen kannst du noch empfehlen?

00:18:44: Werner Ja, bei der Geranie vielleicht so noch die Bemerkung: Die würde man vermutlich dann als kleine Pflanze kaufen und dann weiterziehen. Das geht auch gut. Zum Aussäen, Selber aussäen ist die Ringelblume noch mal sehr unproblematisch, auch die Kapuzinerkresse. Und wir hatten sie schon mal angesprochen: diese Tergetes, diese Studentenblume, das geht auch alles sehr gut, die keimen sehr sicher, keimen auch ziemlich schnell, so dass das dann auch erfolgreich ist, eben wenn das so mit Kindern gemacht wird.

00:19:09: Gesa Ja, und bei der Kapuzinerkresse, wie wir gerade schon gesagt haben, ist natürlich toll, wenn man die Blüten dann auch mitessen kann, ne? Das sieht ja einfach immer unheimlich schön und toll aus.

00:19:19: Gesa Lass uns doch mal Schritt für Schritt durchgehen, was sinnvoll ist, wenn man zum ersten Mal mit Kindern gärtnert. Was kann man so als Vorbereitung machen?

00:19:28: Werner Ich glaube, wenn man so ein Beet anlegt, dass das Beet so klein bemessen sein muss, dass das Kind das alles gut mit dem Arm erreichen kann, dass es nicht in das Beet hineingehen muss.

00:19:41: Werner Sind auch kleine Beete, das ist ja auch auch völlig gut so und aber es ist erreichbar im wahrsten Sinne des Wortes, wirklich gut erreichbar, als wenn da irgendwie jemand anders bei helfen muss oder das Kind geht da rein, dann ist es irgendwie auch schwierig.

00:19:52: Gesa Weil du dann die Pflanzen gleich kaputt trittst schnell ne ja.

00:19:55: Werner Von den Werkzeugen, es gibt auch tatsächlich so in Gartencentern, gut sortierten Gartencentern, so ein Sortiment an Gartengeräten extra für Kinder. Sind alle kleiner bemessen von der Größe her. Das sieht irgendwie ganz putzig aus und ja, dass man da auch als Erwachsener da Spaß dran hat, einfach das zu sehen oder auch so, dass es wirklich auch gut damit zu arbeiten geht und dass diese Werkzeuge auch so gefertigt sind, dass sich ein Kind nach Möglichkeit auch da nicht mit verletzt.

00:20:23: Gesa Also nicht mit der großen Gartenschere schnipp schnapp ankommen.

00:20:27: Werner Das hätte ich jetzt so auch gesagt, also irgendwie Messer, eine Rosenschere, eine Gartenschere oder eine Heckenschere, das ist sicherlich nichts, wo Kinder mit arbeiten sollten, natürlich nicht.

00:20:37: Gesa Ja, und ich glaube, es ist einfach ganz wichtig, dass man die Kinder am Anfang nicht überfordert, ne, dass man erstmal versucht, das alles einfach zu gestalten, dass ein Erfolgserlebnis da ist und das erste Beet nicht gleich so ein Abturner wird.

00:20:49: Werner Zu viel Pädagogik ist an der Stelle, glaub ich, eher schwierig.

00:20:52: Gesa Ja, bin ich komplett bei dir.

00:20:55: Gesa Ich glaube ja, was es braucht, also was wirklich mich zumindest früher immer begeistert hat und meine Kinder begeistert, ist wirklich, wenn man was ernten kann. Was würdest du da sagen, sind so die besten Pflanzen, also ich finde Erbsen zum Beispiel immer super, ne, die wachsen relativ unkompliziert, sind lecker, Erdbeeren.

00:21:12: Werner Ein Salat sicherlich auch, das ist nicht so eindrucksvoll, aber der ist relativ rasch nach wenigen Wochen schon so weit, dass er geerntet werden kann und dann sieht man eben auch, wie so ein Kopfsalat wächst, dass es eben tatsächlich auch so ein Kopf ist, also so Blattsalat, Pflücksalate, das ist sicherlich auch noch mal eine ganz gute Möglichkeit, ja, so ein bisschen Begeisterung bei Kindern auszulösen.

00:21:35: Gesa Und weißt du, was auch gut sein könnte, ein Kürbis, oder? Da haben wir doch auch gerade eine Folge zu gemacht.

00:21:40: Werner Kürbis geht natürlich auch gut, wobei beim Kürbis, das ist einfach dann der Faktor mit der Kontinuität, was wir auch schon besprochen hatten. Der Kürbis braucht ja schon einige Monate, bis er dann soweit ist, aber das ist eben auch ein Teil der Erfahrung.

00:21:53: Gesa Ja, hast du auch wieder recht. Jetzt haben wir ganz viel über Pflanzen gesprochen, die sich gut eignen beim Gärtnern mit Kindern. Welche würdest du denn nicht empfehlen?

00:22:03: Werner Alles das, was giftig ist müsste ich sagen, da gibt es ja schon einige Arten, die sind jetzt nicht mega giftig, im Wesentlichen zumindest nicht. Aber selbst wenn das Kind was davon probiert und kriegt anschließend Bauchschmerzen und es würde auch wahrscheinlich nicht viel mehr passieren, ist das natürlich auf jeden Fall zu vermeiden. Und auch der Begriff ist ja richtig und gut, ein Abtörner.

00:22:24: Werner Und da haben wir ja schon einige Arten, die wirklich dann in Kinderhänden nichts verloren haben, irgendwie so diese Engelstrompete, Maiglöckchen, Herbstzeitlose, Efeu, das sind alles so Pflanzenarten, die dann eher schwierig sind und auch teilweise im Gemüsebau, muss man auch ein bisschen gucken, was man dann anbaut.

00:22:43: Werner Grüne Bohnen beispielsweise, auch die würden erhebliche Unverträglichkeiten auslösen. Unreife Tomaten sind schwierig oder auch bei den Kartoffeln eine wichtige Pflanzenart. Aber dann ist es ja so, die Kartoffelpflanze bildet ja wirklich auch Früchte aus, oberirdisch, und die sind auch giftig. Es macht immer die Menge natürlich, aber auch da sollte das niemals so sein, dass ein Kind was davon isst.

00:23:06: Werner Das Kind sollte irgendwie natürlich lernen, dass die Knollen im Boden wachsen und dass man die wieder ausmachen muss, aber da ist einfach sehr viel ja Begleitung auch erforderlich.

00:23:17: Gesa Ja, total, da muss man wirklich vorsichtig sein bei den Kartoffeln, das kenn ich auch noch, die sehen ja schon verlockend aus, diese kleinen Beeren, also im Grunde wie kleine grüne Tomaten, ne.

00:23:27: Werner Ja, weil die Tomate und die Kartoffel sind ja von der Botanik her ganz enge Verwandte und du hast genau recht, es sind wie kleine Tomaten, aber auch da, grüne Tomaten sind ja auch nicht bekömmlich. Das sollte nicht so sein, dass so etwas im Kindermund und Kindermagen landet.

00:23:42: Gesa Ja, gut, das noch mal klarzumachen. Ich mein, weil selbst wenn man Kindern so was sagt, ist es ja trotzdem manchmal so, dass die Neugier dann doch größer ist oder es wird vergessen.

00:23:51: Gesa Vielleicht sollte man dann doch besser auf Radieschen, Ringelblumen, Erbsen und so weiter setzen.

00:23:57: Werner Oder auch, weil du das gerade ansprichst, was auch immer verlockend ist, ist die die Eibe.

00:24:03: Gesa Oh ja.

00:24:04: Werner Die Bildet ja auch Früchte aus und was da das Fatale daran ist, die Kerne dieser Frucht, die sind richtig giftig, also wirklich sehr giftig, das Fruchtfleisch wär aber sogar essbar, aber dann sag ich mal, eine Eibe hat in einem Familiengarten nichts verloren, einfach damit da wirklich auch nichts passiert und wie gesagt, selbst einmal kräftig Bauchschmerzen, muss nicht sein, ne.

00:24:26: Gesa Absolut, hatten wir im Freundeskreis, da haben 2 Mädchen, die so 4 Jahre alt waren, in der Eibe gespielt, im Park in Köln und kamen dann wieder und hatten rote Flecken auf ihren Klamotten und dann mussten die zur Beobachtung ins Krankenhaus über Nacht, weil nicht klar war, ob sie die gegessen haben oder nicht.

00:24:44: Werner Und wo wir jetzt dabei sind und das gehört ja, glaub ich, dann auch zur ganzen Geschichte mit dazu, alles was irgendwie mit Pflanzenschutz und auch mit Düngemitteln zu tun hat. Das braucht man, aber das sollte ja dann aber auch so gelagert werden, dass da Kinder keinen Zugriff drauf haben.

00:25:01: Gesa Ja, guter Tipp, guter Hinweis. Ich meine, ist so logisch, wenn man das hört, aber trotzdem, wenn man jetzt anfängt mit Kindern zu gärtnern oder man junge Kinder hat und die dann mit in den Garten nimmt, denkt man vielleicht nicht so wirklich dran, ne? Gut, dass du das noch mal gesagt hast.

00:25:18: Gesa Aber lass uns noch mal den schönen Seiten zuwenden. Wir haben uns schöne Pflanzen ausgesucht. Ich hab grad genannt, ja, Radieschen, Ringelblumen, Erdbeeren, Erbsen. Was ist denn, wenn man sich jetzt so ein Kinderbeet anlegen will, ein guter Standort?

00:25:34: Werner Der Standort sollte unproblematisch sein, sag ich jetzt mal so, und unproblematisch wäre alles das, was sehr hell ist, was entsprechend auch warm ist und wo auch durchaus die Luft gut herziehen kann. Da sind nämlich 2 Dinge dann gewährleistet. Ein gutes Wachstum ist gewährleistet auf der einen Seite und eine verhältnismäßig geringe Krankheitsanfälligkeit.

00:25:55: Werner Man kann das genau andersrum sehen und dann ist auch irgendwie Gärtnern möglich, aber für Kinder oft dann wenig attraktiv, wenn dann irgendwie sich irgendwelche Fäulnispilze bilden, dann wird es ja auch relativ rasch ungemütlich.

00:26:10: Gesa So, wenn man dann den Boden vorbereitet, da können Kinder ja eigentlich auch schon ganz gut mithelfen, ne? Also, ich mein klar, die können jetzt nicht umgraben mit dem Spaten, aber ich erinner mich, dass wir es mal so gemacht haben, ich habe umgegraben und die Kids haben dann mit einer kleinen Hacke die die Erdklötze sozusagen klein gemacht und wieder verteilt, ne? Das war eigentlich auch ganz schön.

00:26:28: Werner Und das würde an der Stelle ja auch reichen, so dieses tiefgründige Umgraben, das muss man jetzt für ein Kinderbeet auch nicht machen, weil die Pflanzenarten, die man dann anzieht. jetzt auch nicht so anspruchsvoll sind, als ob da jetzt diese extrem sorgfältige Bodenbearbeitung notwendig wäre.

00:26:42: Gesa Ja, würdest du es denn für sinnvoll halten, dass man erstmal so wirklich klein anfängt mit nur einer Pflanze, also mit nur einer Art oder 2?

00:26:51: Werner Ich würde schon eher klein anfangen, weil sonst wird es auch sehr schnell unübersichtlich, weil da hat man möglicherweise verschiedene Pflanzenarten, die auch noch unterschiedliche Anforderungen haben.

00:27:02: Werner Klein anfangen und wenn das Kind dann Spaß daran entwickelt, dann kann man das ja immer noch erweitern, auch im Laufe des Gartenjahres kann man da ja noch ein bisschen mehr machen, aber erst mal klein beginnen, attraktiv beginnen natürlich, dass es irgendwie was Schönes ist, aber klein starten.

00:27:17: Gesa Mhm, oh ja, ich glaube gut ist auch, wenn die Kinder mit auswählen können, ne, wenn man so wirklich fragt, guck mal das und das steht zur Auswahl, was möchtest du denn gerne in dein Beet haben. Jetzt verziehst du das Gesicht. O.K., es war keine gute Idee.

00:27:30: Werner Nee, nee, nee, meine Frage, die ich dann hätte an der Stelle, ob sich das Kind schon vorstellen kann, was dabei rauskommt.

00:27:36: Gesa Ach so, ja klar, da hast du natürlich auch wieder recht, schon wieder sehr erwachsen gedacht.

00:27:40: Werner Also das wäre jetzt so mein Bedenken dabei und von daher würd ich es vielleicht erstmal so vorgeben, dass es Pflanzenarten sind, Stichwort Sonnenblume oder Radieschen, was wir so gesagt hatten, wo man auch wirklich sagen kann, das ist eindrucksvoll, was dabei rauskommt, das ist auch sehr sicher, Kürbis hatten wir auch gesagt, sehr sicher, was dabei rauskommt und bei anderen ist es ja ein bisschen schwieriger, das dann auch irgendwie plausibel zu machen.

00:28:04: Gesa Ja, und ich finde ja wirklich, das Wichtigste ist so, dass man auch eine Ernte hat also so eine Belohnung, so etwas Gemeinsames, was ja auch unheimlich toll ist, wie ich gerade schon gesagt habe, bei den essbaren Blüten. Wenn du dann ernten kannst und dann auch gemeinsam deine Ernte verwertest und dann zum Beispiel zum Abendessen ja Salat mit Blüten gibt oder du erntest Kräuter oder Radieschen und machst dann irgendwie eine tolle Kräuterbutter draus. Sowas ist ja auch immer super, dann sind die Kids ja auch noch total stolz, ne?

00:28:34: Werner Ja, aber auch da kann man ein bisschen gucken, nee, ist ja genau richtig, ich seh das ja auch so, dass es vielleicht auch die eine oder andere Pflanze ist, die man dann anbaut, wo man auch weiß, das funktioniert sehr schnell. Zucchini wäre da zu nennen.

00:28:45: Gesa Ja, aber Zucchini mögen viele Kinder nicht.

00:28:47: Werner Aber so vom Wachsen her geht das sehr schnell. Aber gut, da muss man natürlich immer gucken, was dann auch ja von den Kindern gemocht wird, keine Frage.

00:28:55: Gesa Absolut, aber mir fällt gerade noch ein, es gibt ein tolles Rezept für Kräuterbutter mit Blüten. Das können wir euch mal in die Shownotes verlinken. Das ist nämlich nicht nur lecker, sondern sieht auch super schön aus. Und das wäre natürlich so ein, so ein, so ein tolles Rezept, was man einfach mal machen kann mit den Kindern.

00:29:12: Gesa Und im Herbst und Winter kann man natürlich auch jede Menge schöne Sachen machen, ne? Also ich sag nur Kürbisse ernten, schnitzen, Blumenzwiebeln fürs Frühjahr setzen. Das finde ich spannend, weil das hab ich oft gehabt, wenn ich das gemacht hab, dass die Kinder sich dann wirklich irgendwie gewundert haben beziehungsweise das über den Winter vergessen haben und wenn die dann im Frühjahr rausgekommen sind, das war dann immer richtig toll und da war dann die Freude groß.

00:29:38: Werner Was sicherlich auch zum Herbst hier mit dazugehört, ist so ein so ein Randaspekt, das wäre irgendwie Walnüsse sammeln, Haselnüsse sammeln, vielleicht auch Kastanien wieder zum Basteln. Auch das gehört ja irgendwie auch mit zum Garten dazu, dass man eben auch aus Gesammeltem was essen kann und auch was machen kann.

00:29:56: Gesa Mhm, und wo du jetzt gerade sammeln sagst, auch Laub sammeln und Unterschlüpfe für Igel oder sowas machen, ne, ist auch wieder schön. Also, da hast du auch gleich wieder so ein Thema, Tiere, Tiere im Winter, wo du dich mit den Kindern drüber austauschen kannst.

00:30:10: Werner Und Laub, das kenn ich eben auch noch aus eigenen Kinderzeiten, also trockenes Laub, das macht auch irgendwie Spaß.

00:30:16: Gesa Ja, da reinspringen in die Haufen, ne, darf man nur in der Stadt nicht machen, weil da leider so oft Hundehaufen drin sind.

00:30:21: Werner Ah, ja gut, da habe ich dann zu Hause, wir haben sind auf dem Lande aufgewachsen, andere Erfahrungen gemacht.

00:30:26: Gesa Sei froh drum, das ist nämlich nicht so, das.

00:30:28: Werner Ist sehr unappetitlich, keine Frage.

00:30:30: Gesa Mir ist aber noch eine Sache ganz wichtig, wenn man mit Kindern gärtnert, ne, ich weiß, das fällt vielen schwer, gerade Menschen, die so wirklich alles in ihren Garten legen und alles so sehr besonders und akkurat haben. Wenn man mit Kindern gärtnert, dann muss man sich echt locker machen.

00:30:47: Gesa Also, ich sag mal, Fehler zulassen oder Spaß vor Perfektion, ne? Weil das ist klar, Kinder haben nicht den Anspruch wie wir und das muss auch nicht immer alles gelingen und alles perfekt werden. Es geht ja eigentlich wirklich drum, so eine Begeisterung auszulösen, eine Verbindung mit der Natur und einfach ihnen so ein bisschen Spaß zu vermitteln.

00:31:08: Werner Hätte aber sogar noch auch einen weiteren positiven Effekt, wenn ich das so mache, wie du gerade sagst, was ich auch so sehe, wenn es darum geht, dass sich Nützlinge im Garten wohlfühlen, dann ist es sogar hilfreich, wenn es nicht ganz so geleckt ist.

00:31:20: Werner Weil Vögel finden das nicht toll, andere Nützlinge finden das auch eher abschreckend, wenn das so ein so ein klinisch sauberer Garten ist. Da wird man auch ja wenig Freude an anderem Getier haben.

00:31:32: Gesa Da hast du total recht, bringt mich gerade auch noch auf eine Idee beziehungsweise eine Frage, nämlich bei akkuratem Garten denke ich an Rasen, an akkuraten Rasen, wie ist das denn eigentlich, hast du da ein Tipp, also wenn wirklich 4 Kinder im Garten unterwegs sind und da spielen und rumtoben, es gibt ja Rasenarten/ -Sorten, die das gut abkönnen, andere nicht, was würdest du da wählen?

00:31:56: Werner Ja, so ein Strapazierrasen ist da natürlich hilfreich, oder ein Sportrasen ging ja auch. Sportrasen ist wirklich sehr belastbar, dass es eben dann auch ja, spielende Kinder gut abkann, wie man so sagt.

00:32:09: Gesa Ich wusste gar nicht, dass es speziellen Sportrasen oder Strapazierrasen gibt.

00:32:13: Werner Ja, das ist ja auch so in den in den Fußballstadien, das ist ja auch ein spezieller Strapazierrasen, Sportrasen und von daher gibt es ja schon große Unterschiede eben zu einem klassischen Zierrasen.

00:32:25: Gesa Siehste, interessant.

00:32:27: Werner Und was sicherlich dann auch im Garten mit zu überlegen ist, wenn ich jetzt eben nicht nur meine Gemüseecke habe, sondern auch eben die Spielgeräte, dass ich vielleicht auch die Standorte mal wechsle, dass der Rasen dann nicht allzu einseitig, ja, strapaziert wird.

00:32:41: Gesa Ja, der schöne kahle Fleck unterm Trampolin, sag ich nur.

00:32:45: Gesa Ja, jetzt ist ja aber die Sache, viele Familien haben ja gar keinen Garten oder auch gar keinen Balkon, was kann man denn zu Hause mit Kindern starten, so in Sachen Gärtnern?

00:32:55: Werner Da geht auch einiges und auch durchaus was Spannendes. Was man beispielsweise machen kann, dass man den Rest eines Salatkopfes, den darf man jetzt nicht vollständig auseinander rupfen, aber wenn ebenso das Herz noch da ist, dass man das in Wasser stellt oder man könnte es auch in Erde reinpflanzen, da würden sich auch wieder Wurzeln neu bilden.

00:33:13: Gesa Aus diesem ganz normalen Strunk unten, wo man es abgeschnitten hat?

00:33:16: Werner Ja, man darf da jetzt den Salat nicht zu lange lagern und wie gesagt auch nicht das ganze Herz wegnehmen, dann geht es nicht mehr. Aber ansonsten wächst da wieder was Neues draus.

00:33:25: Gesa Das heißt, den könnte man wirklich in einen Blumentopf setzen und dann wächst ein...

00:33:30: Werner Ja, der klassische Kopf kommt da nicht mehr zustande, aber man sieht, dass da was wächst, auch wirklich gut erkennbar wächst. Also das ist jetzt nicht nur irgendwie so homöopathisch, sondern schon deutlich erkennbar.

00:33:42: Gesa Ach, das ist ja lustig. Ich hatte das nur mal von Ananas gehört, dass man, wenn man eine Ananas schält, dass man oben den grünen Stängel, also du weißt, was ich meine, ne, dass man das einpflanzen kann.

00:33:53: Werner Das kann man, wenn man jetzt die Ananasfrucht verwendet, das ist ja auch richtig, dass man dann im oberen Bereich nicht ganz alles abschneidet von der Ananasfrucht, ein bisschen was dran lässt. Wenn man das eintopft, wächst da auch eine neue Ananaspflanze draus. Jetzt drauf zu hoffen, dass da Früchte dran kommen, die Hoffnung darf man haben, aber die ist sehr klein.

00:34:15: Gesa Ja, aber ich glaub, da ist ja das Spannende überhaupt, dass da ein Bäumchen dann draus entsteht. Das ist ja schon total abgefahren.

00:34:21: Werner Das funktioniert ziemlich sicher. Oder wo das auch funktioniert bei der Avocado, da hat man ja so diesen Kern und Avocado find ich persönlich ja sehr lecker und den Kern, es gibt es häufig so diesen Tipp, dass man da mit Zahnstochern reinsticht und dass man das so ins Wasser hängt.

00:34:37: Werner Ist nicht ganz ohne, weil die Gefahr, weil ich ja den Kern verletzt habe, dass es zu einer Fäulnis kommt, ist relativ groß. Wenn ich aber diesen Kern im Grunde genauso behandle wie eine Blumenzwiebel und auch so in die Erde setze, brauch ich allerdings viel Geduld. Dann kommen da auch Wurzeln dran und es kommt auch eine ganz interessante Pflanze dran.

00:34:54: Werner Das hab ich auch selber mal gemacht, die ist auch dann so ein Meter 50 hoch geworden und irgendwann kam es, kam der Winter und dann war es ihr zu dunkel, dann hat sie sich verabschiedet. Das geht aber tatsächlich.

00:35:04: Gesa Das ist total interessant, dass du das jetzt sagst, weil das mit der Avocado habe ich wirklich jahrelang probiert und mir sind die auch immer weggegammelt. Aber ich hab natürlich auch immer diese, diese Spieße da reingesteckt, weil ich dachte, das muss so. Ich dachte, die müssten irgendwie am Licht keimen, aber du sagst einfach einpflanzen?

00:35:19: Werner Ja, und jetzt bei der Avocado können wir das eben noch zu Ende denken. Die Avocadofrüchte, wenn die zu Boden fallen, wird irgendwie ein Tier das Fruchtreich wegfressen, aber der Avocadokern landet ja dann im Erdreich, vielleicht auch unter Laub, aber er landet dann irgendwo im Dunklen und wächst dann ja weiter. So hat es die Natur ja auch vorgesehen, das kann ich so sagen, wenn man ohne Not irgendwie 'ne Pflanze beschädigt, verletzt, ist das immer 'n gewisses Risiko in Sachen Fäulniserreger.

00:35:46: Gesa Ja, das ergibt Sinn. Und genauso kann man ja auch einfach Apfelkerne oder Mandarinenkerne oder so in die Erde setzen, ne?

00:35:53: Werner Apfelkerne geht sehr gut, da kommt auch relativ rasch 'ne Pflanze draus. Bis daraus 'n Apfelbaum wird, der auch Früchte trägt, werden allerdings so 10 Jahre vergehen, aber bis dahin hat man 'ne sehr repräsentative Pflanze.

00:36:05: Werner Bei der Mandarine und auch bei der Apfelsine, das geht auch ziemlich gut, dauert verhältnismäßig lange, aber man kann das auf jeden Fall machen, weil das ist einfach schön, weil eben diese Zitruspflanzen diese besonderen Blätter haben, dann hat man so ein bisschen was Exotisches.

00:36:20: Gesa Ja, und ich glaube, letztendlich geht es ja darum, das mal auszuprobieren und zu sehen, dass man einen Kern irgendwo in die Erde setzt und dann kommt dann Pflänzchen raus. Ob das jetzt zu einem Baum heranwächst oder nicht, spielt, glaub ich, für Kinder erstmal gar keine Rolle. Es ist einfach ein tolles Erlebnis.

00:36:36: Werner Ja, um im Bild zu bleiben, das ist dann Banane.

00:36:38: Gesa Ja, ganz genau.

00:36:40: Gesa Na ja, und dann gibt es natürlich ja auch noch klassische Zimmerpflanzen, ne, also Grünlilien hatten wir früher ohne Ende, wo man immer die Ableger so schön abtrennen kann, Buntnessel, was es da alles gibt, ne.

00:36:51: Werner Da kann man auch problemlos Stecklinge von schneiden, das wäre dann eher wirklich eine Sache, wenn die Kinder da richtig Spaß dran haben, kann man wunderbar diese Stecklinge machen, die kommen auch sicher zur Wurzelbildung, aber ist sicherlich eher was für ja sehr interessierte Kinder.

00:37:07: Gesa Die es hoffentlich bald noch viel mehr gibt.

00:37:10: Gesa Also ihr seht, es gibt jede Menge coole Projekte, die man mit Kids im Garten, auf dem Balkon oder ja sogar auch auf dem Fensterbrett starten kann.

00:37:18: Gesa Wir verlinken euch auf jeden Fall noch mal unseren Artikel 'Gärtnern mit Kindern' in den Shownotes, da findet ihr alles noch mal zusammengefasst zum Nachlesen.

00:37:27: Gesa Und wenn ihr noch schöne Ideen habt, die man mit Kids umsetzen kann, dann schreibt sie uns doch mal per Mail an podcast@compo.de und lasst uns natürlich auch gerne ein Like für diese Folge da.

00:37:38: Gesa Ich wünsche euch einen wunderschönen Frühling mit Kind und Kegel im Garten und sage Tschüss, macht es gut.

00:37:44: Werner Tschüss, bis zum nächsten Mal.

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